Von P+R bis Bahnsteigkante: Viel Bauerei für Sie

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Von A wie Altenberg bis Z wie Zabeltitz: An vielen Bahnhöfen im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) gibt es kostenfreie Parkplätze für Autofahrer und Fahrradständer für Radfahrer, damit Sie einfacher Bus und Bahn nutzen können. Warum der Freistaat, Städte und Gemeinden sowie der VVO dafür viel Geld ausgeben und wie die Anlagen entstehen, schildert dieser Beitrag.

Von Andreas Liebig und Christian Schlemper

Mit dem Nahverkehrsplan fängt alles an. Mit diesem Plan schaffen die Landkreise, Städte und Gemeinden unter Federführung des VVO alle fünf Jahre die Grundlage für den ÖPNV in Dresden und der Region. Er ist der Rahmen, in dem der VVO und die Unternehmen arbeiten. Gemeinsam mit Verbänden und Organisationen erarbeitet, begutachtet und kommentiert von Radfahrern, mobilitätseingeschränkten Bürger und Ministerien, legt dieser Plan fest, wie Regionen und Städte erschlossen werden sollen: ob mit Bus, Straßenbahn oder Zug. Zudem werden in ihm Qualitäts-Standards festgelegt. Somit legt der Plan auch fest, an welchen Stellen die Fahrgäste von Zügen in Busse umsteigen oder wo Haltepunkte notwendig sind, um die Erschließung zu verbessern. Und damit ist die Stunde der Projektentwickler gekommen.

Ist die Entscheidung für den Bau eines Knotenpunktes für den ÖPNV gefallen, gehen Planer der Stadt und des VVO gemeinsam in die Spur. Wie viele Haltestellen für Busse benötigt man, wieviel Fahrradabstellplätze und wie groß soll der Park+Ride-Platz werden? Zudem braucht man einen Bereich für Kurzparker, also für die Autofahrer, die nur jemanden am Bahnhof absetzen oder von dort abholen. Bei all dem gilt es, die Wege möglichst kurz und barrierefrei zu gestalten, wartende Fahrgäste vor Wind und Wetter zu schützen und die abgestellten Fahrräder sollten ebenfalls ein möglichst trockenes Plätzchen erhalten. Kästen für Aushänge sind wichtig und der notwendige Platz für einen Ticket-Automaten oder eine elektronische Anzeigetafel wäre auch nicht schlecht. Nicht zuletzt soll die Anlage auch schön sein und zum Stadtbild passen: Typische Farben oder ein Wappen an den Unterständen wären hübsch, auch ein paar Bäume, Büsche und Wiesen dürfen sein. Ist das alles fertig, stellt sich die Frage, wer das eigentlich bezahlt.

Die Planung zahlt zum größten Teil der Verkehrsverbund. Zudem übernehmen wir bis zu 15 Prozent der Baukosten. Der Freistaat Sachsen fördert den ÖPNV ebenfalls großzügig und übernimmt bis zu 75 Prozent der Kosten. Die Stadt oder die Gemeinde zahlt dann noch zehn Prozent obendrauf – den sogenannten Eigenanteil. Ist der Bau fertig, gehen die Anlagen immer in deren Eigentum über: Sie kümmern sich dann darum, dass P+R-Plätze oder Busbahnhöfe auch im Alltag immer gut in Schuss sind. Bei kleineren Projekten, wie dem Umbau von Bushaltestellen, um stufenfrei einsteigen zu können, übernehmen wir auch bis zu 90 Prozent der Kosten. Projekte auf Bahnhöfen, wie zum Beispiel neue Bahnsteige, fördert auch der Bund, da ihm ja die Infrastruktur gehört. Insgesamt haben wir gemeinsam mit den Partnern seit dem Start des VVO 71 Projekte umgesetzt und gemeinsam 77,5 Millionen Euro ausgegeben. Dies tun wir für Sie, damit der ÖPNV noch bequemer wird und Sie gerne einsteigen.

Hier finden Sie eine Übersicht der P+R-Plätze im VVO.


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