Senkrechtstarter mit Kraftfahrer-Gen

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Ronny Körner, „Eigengewächs“ der Regionalbus Oberlausitz GmbH, gehört mit 24 schon stellvertretend zur Einsatzleitung. Auch in diesem Jahr haben wieder fünf junge Leute ihre Ausbildung in dem Nahverkehrsunternehmen begonnen.

Birgit Hilbig / DDV Mediengruppe

Ronny Körner hat in seinem Betrieb einen Senkrechtstart hingelegt: 2011 begann er die Lehre zum Busfahrer, 2014 legte er vorfristig und bravourös seine IHK-Prüfung ab. Auf Landes- und Bundesebene war er Bester unter den angehenden Berufskraftfahrern. Seit 2015 gehört er stellvertretend zur Einsatzleitung. An den Bildschirmen des Betriebsleitsystems überwacht er die Busse, die im Landkreis Bautzen unterwegs sind. Zeitweise wenigstens. Denn der 24-Jährige möchte auch weiterhin selbst hinterm Lenkrad sitzen.

Die Freude am Fahren wurde dem jungen Mann in die Wiege gelegt: Beide Opas, der Vater, die Onkel – alle waren oder sind sie Berufskraftfahrer. „Mir juckte es schon mit zwölf im Bleifuß“, gesteht Ronny Körner. „Ein anderer Beruf kam für mich nie infrage.“ Mit 16 machte er den Motorrad-, mit 17 den Pkw-Führerschein. Und mit 19, gleich nach dem Abitur, begann er die Ausbildung bei der Regionalbus Oberlausitz GmbH (RBO).

„Nach drei Monaten durfte ich zum ersten Mal einen Bus steuern“, erinnert sich der Neusalza-Spremberger. „Anfangs mit einem Einweiser, wenig später allein.“ Außerdem lernte er, wie man die moderne Ticket-Verkaufstechnik bedient, welche Tarife im Einsatzgebiet der RBO gelten und wie man mit den Kunden und den eingenommenen Geldern umgeht. Die Fahrzeuge sind modern und zuverlässig, und wenn sie doch mal eine Panne haben, kümmern sich Spezialisten in der betriebseigenen Werkstatt darum.

„Deshalb ist der Beruf für Frauen genauso geeignet“, sagt RBO-Geschäftsführerin Andrea Radtke. „Von den derzeit 176 Fahrern im Unternehmen sind immerhin 27 weiblich.“ Viele ihrer Experten am Steuer hat die RBO selbst ausgebildet. „Denn zum einen wissen wir dann, wen wir haben“, so Andrea Radtke. „Und zum anderen bieten wir jungen Leuten die Chance, sich in unserer ländlich geprägten Region eine Zukunft aufzubauen.“ Auch in diesem Spätsommer haben wieder drei Jugendliche eine Lehre zum Berufskraftfahrer begonnen; zudem starteten zwei angehende Kauffrauen für Büromanagement.

Da die RBO grundsätzlich nach ihrem Bedarf ausbildet, wurden in den letzten Jahren fast alle Azubis übernommen. Und je nach Eignung und Interesse stehen ihnen im Unternehmen viele Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Ronny Körner beispielsweise hat sich für ein berufsbegleitendes Meisterstudium entschieden. Dafür büffelt er freitags und samstags und muss sein Hobby Pferde zurückstellen. Mit dem Meisterbrief in der Tasche kann er bei der RBO aber noch mehr Verantwortung übernehmen und selbst Berufsnachwuchs unterrichten.

Dieses und weitere Themen finden Sie in der Kundenzeitschrift des VVO – OberelbeTakt – Ausgabe IV/2016.


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