Ein Hoch auf unseren Busfahrer

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Der VVO finanziert seit 2003 regionale Nachtbusse. Diese fahren im Anschluss an die Postplatztreffen der DVB AG. Torsten Roscher ist VVO-Urgestein, da er schon als Student im Service gearbeitet hat. Heute treffen wir ihn auf der Fahrplankonferenz in Meißen. Seine Passion gehört übrigens dem Busfahren – unter anderem auf den Nachtlinien, die er tagsüber konzipiert.

Torsten Roscher, Fahrplaner beim VVO

Torsten Roscher, Fahrplaner beim VVO

Nils Brabandt/Konzept Konzept

Was sind die Aufgaben eines Fahrplaners?

Gerade arbeite ich am Auskunftssystem. Das verwaltet der VVO zentral für unsere Verbundpartner und da werden die Fahrplandaten sämtlicher Linien gespeichert. Meine Aufgabe ist es dabei, Daten zu importieren oder händisch nachzuarbeiten. Solche Anpassungen ergeben sich beispielsweise, wenn sich ein Gewerbegebiet gut entwickelt oder sich Schülerströme ändern. Das bekommen wir entweder von den Verkehrsunternehmen gemeldet oder direkt, wenn es irgendwo im Getriebe knirscht – etwa, wenn Eltern sich beschweren, dass ihr Kind zu lange an der Haltestelle warten muss. Meistens haben die Verkehrsunternehmen schon eine passende Lösung ausgearbeitet und ich übertrage das in unser System.

Planen Sie auch neue Angebote?

Genau. Das ist ein weiterer Aufgabenschwerpunkt, der auch an Bedeutung gewinnt. Besonders wichtig ist uns dabei das Zusammenspiel der verschiedenen Unternehmen, beispielsweise durch Anschlussverbindungen. Mittlerweile sind wir da so weit, dass wir über unser rechnergestütztes Betriebsleitsystem in Echtzeit den Verkehr überwachen können und auch die Auslastung der Linien dargestellt bekommen. So ist es sogar möglich, auf temporäre Engpässe zu reagieren. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein Bus des RVD die Dresdner Linie 64 entlastet und die Leute an den Haltestellen mitnimmt. Ohne die zentralen Informationen über den Verkehrsverbund wäre so etwas kaum möglich.

Haben Sie ein Lieblingskind?

Ja. Teilweise fährt auf dem Land der letzte Bus 18 Uhr und dann ist dort Feierabend. Besonders spannend finde ich deswegen den Nachtverkehr, mit dem der VVO als Aufgabenträger die umliegenden Städte mit Dresden verbindet. Das erhöht enorm die Lebensqualität für die Bewohner, wenn sie mit den letzten Anschlüssen im Dresdner Stadtverkehr noch einen Bus in die Peripherie erwischen. Damit schließen wir auf manchen Strecken auch die Lücke im nächtlichen Schienenverkehr.

Wie kommt das Angebot an?

Richtig gut! Langsam gewöhnen sich die Leute auch daran, dass der Nachtbus wirklich auf den letzten Anschluss der Straßenbahn wartet. Teilweise fahren da Berufspendler, die aus ihrer Schicht kommen. Die müssten ohne unser Angebot wohl den Wohnort wechseln oder sich ein Auto zulegen. Später kommen dann Theaterbesucher und Jugendliche von den Partys. Durch die Nachtbusse bleiben die Kleinstädte in der Umgebung attraktiv und die jungen Leuten bleiben dort wohnen.

Sie dürfen selbst Busfahren …

Ich bin passionierter Busfahrer. Am liebsten noch mit Knüppelschaltung und älterer Technik. Der VVO hat mir das auch problemlos gestattet und so fahre ich im Nebenjob Bus. Außerdem ist es ja für mich als Verkehrsplaner ideal, wenn ich sehe, ob in der Praxis alles so funktioniert, wie wir uns das überlegt haben.

Was erlebt man im Nachtbus so?

Wichtig ist die Gruppendynamik im Blick zu behalten und natürlich auf Betrunkene achtzugeben. Ich versuche da immer etwas kumpelig zu sein, weil das aus Erfahrung die Spannungen herausnimmt. Gerade bei betrunkenen Schwarzfahrern braucht es ab und zu ein dickes Fell. Am schönsten sind dann aber die Fahrten, wo die Party friedlich im Bus weitergeht. Da lasse ich die Leute auch mal lauter Musik hören und bekomme „Ein Hoch auf unseren Busfahrer“ zurück.

Gibt es für die Zukunft geplante Änderungen?

Wir sind da im Grunde immer am Optimieren. Seit April 2018 fahren wir beispielsweise bis nach Radeberg-Südvorstadt, weil wir gesehen haben, dass die Gäste von der bisherigen Endhaltestelle alle in diese Richtung laufen. Zum gleichen Zeitpunkt verbesserten die Dresdner Verkehrsbetriebe auch ihr eigenes Angebot und wir passen dann die Anschlüsse an. Da gibt es immer was zu tun.

Weitere interessante Wegbegleiter finden Sie im Verbundbericht 2017-2018 – „20“.


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