Streckensanierung im Elbtal – Weniger Züge auf der S 1

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Die DB Netz AG erneuert bis 2016 die Bahntrasse im Elbtal. Nach dem Neubau einer Brücke in Obervogelgesang im Sommer 2014 stehen in den kommenden Jahren umfangreiche Arbeiten an der Oberleitung auf dem Programm. Einschränkungen im Fahrplan lassen sich aufgrund des Umfanges der Baumaßnahmen leider nicht vermeiden. Der Streckenabschnitt zwischen Pirna und der tschechisch-deutschen Grenze kann abschnittsweise nur eingleisig genutzt werden. Neben der S-Bahn muss zudem noch ein beträchtlicher internationaler Verkehr im Personenfern- und Güterverkehr durch dieses Nadelöhr „geschleust“ werden. Somit stehen weniger Zeitfenster, sogenannte Trassen, für die Züge zur Verfügung.

Weniger Züge auf der S 1

Der VVO hat gemeinsam mit seinem Vertragspartner DB Regio AG umfassend geplant, wie die bestellten Leistungen während der Bauarbeiten kundenorientiert durchführbar sind. Allerdings sind DB Regio und VVO hierbei auf die angebotenen Trassen des Infrastrukturbetreibers DB Netz AG angewiesen, der die oben erwähnten Trassen  neben den S-Bahnen auch für den Personenfern- und Güterverkehr vorhalten muss, wobei internationale Verkehre Vorrang haben. Als Verantwortliche für den Nahverkehr, mit der S-Bahn Dresden als Rückgrat des SPNV in der Region, hatten DB Regio und VVO hier einige „Kämpfe auszufechten“, um für den Nahverkehr akzeptable Trassen zu sichern. Dennoch in den letzten Monaten deutlich weniger Züge durch das obere Elbtal: Jede zweite S-Bahn zwischen Pirna und Bad Schandau musste ausfallen.

Im Sommer 2015 konnten die Züge wieder planmäßig verkehren, aber nun hat die nächste Phase der Bauarbeiten begonnen:  Seit 2.November  wird ein weiterer Abschnitt der Oberleitung  modernisiert. Bis März 2016 fährt die S-Bahn S 1 ab Pirna zeitweise wiederum nur im Stundentakt.

Während der Bauarbeiten: Eurocity statt S-Bahn

Als Ausgleich für Pendler haben sich die Deutsche Bahn und der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) auf eine pragmatische Lösung verständigt: Die grenzüberschreitenden Züge von und nach Prag sind jeweils während der Bauarbeiten für Inhaber von VVO-Wochen-, Monats- und Jahreskarten in der Relation Dresden – Bad Schandau und zurück geöffnet. Mit der Freigabe der Fernverkehrszüge haben Stammkunden die Möglichkeit, zwischen Dresden und Bad Schandau alle Intercitys und Eurocitys zu nutzen. Die ersten Züge verlassen den Dresdner Hauptbahnhof um 07.07 Uhr, 08.07 Uhr und 09.07 Uhr, danach verkehren die Züge im Zwei-Stunden-Takt bis 19.07 Uhr. In die Gegenrichtung fahren die Züge ab Bad Schandau um 08.17 Uhr und dann ebenfalls alle zwei Stunden. Der letzte Eurocity verlässt die Kurstadt um 20.17 Uhr. Das Angebot gilt für alle Fahrgäste, die mit Wochen-, Monats-/Abo-Monats, 9-Uhr Monats-/9-Uhr-Abo-Monats- und Jahreskarten im VVO unterwegs sind. Da während der Sommermonate die S-Bahn planmäßig verkehrt, entfällt diese Kompensation. Ab November kann dann der Fernverkehr wieder genutzt werden.


21 Kommentare

  1. FS

    Angebotshalbierung S1 Pirna Schöna

    Sg Damen und Herren,

    dass hin und wieder gebaut werden muss, o.k. … dass man für Brückenbauarbeiten auf der gleichen Strecke in nur 5 km Abstand gleich an zwei aufeinanderfolgenden Jahren erhebliche Einschränkungen produziert, ist m.E. nicht besonders intelligent geplant. Aber auch dass versucht der Fahrgast hin zu nehmen.

    Zwei Fragen:
    1. bekomme ich nun von meiner 100% bezahlten Jahreskarte etwas zurück?
    2. Können Sie nicht wenigstens den am besten ausgelasteten Zug 37712 (bisher z.B. 6:59 Uhr ab Stdt Wehlen) verkehren lassen? Diesen Zug benutzen vorrangig die Schüler der Region, welche keine Alternative wie ein Erwachsener Pendler mit Gleitzetarbeit haben. Für die Schüler bedeutet der Wegfall dieses – noch im vorigen Jahr verkehrenden Zuges – 30 min früher aufzustehen und nachher 30 min vor der (meist noch verschlossenen) Schule sinnlos abzuhängen … oder halt mit dem nächsten Zug zur ersten Stunde zu spät zu kommen.

    Bitte!

    Bei aller Toleranz und allem Verständnis – ekelt die Jugend nicht aus der Region heraus. … dass zu dieser Zeit jede menge Güterzüge die Strecke benutzen, erscheint den Betroffen wie Hohn.

    Beste Grüße
    FS

    1. Christian Schlemper

      Sehr geehrter Herr S.

      auch der VVO ist mit dem ausgedünnten Fahrplan nicht zufrieden, mehr Platz auf den Gleisen steht uns aber von Seiten des Infrastrukturbetreibers DB Netz AG aus den genannten Gründen nicht zur Verfügung. Ihre Anmerkungen zu den Güterzügen haben wir weitergegeben, allerdings haben wir aufgrund internationaler Regeln, die den grenzüberschreitenden Verkehr bevorzugen, hier keine weiteren Einflussmöglichkeiten.
      Eien Rückerstattung von Jahreskarten aufgrund von Baumaßnahmen ist nach §16 der Beförderungsbestimmungen nicht möglich. Sobald uns die Infrastruktur wieder im gewohnten Maß zur Verfügung steht, wird die DB Regio AG auch wieder den von uns bestellten Verkehr anbieten.

      Ich bin mir bewusst, dass diese Antwort nicht zufriedenstellend ist und die Probleme nicht behebt. Aufgrund der genannten Gründe sind wir allerdings nicht in der Lage, kurzfristig Veränderungen vornehmen zu können.

  2. flueggus

    Auch wenn ich verstehe, dass der SEV-Bus zwischen Pirna und Schandau länger braucht und es auch eine gewisse Umsteigezeit in Pirna geben muss, so ist es doch ein Unding, dass der Anschluss an die Züge in Schandau Richtung Bodenbach (Dečín hl.n.) überhaupt nicht mehr gewährleistet ist und man gezwungen ist, eine halbe Stunde eher zu fahren und entsprechend lange in Schandau zu warten, wenn man ins Böhmische fahren will.
    Ein ordentlicher Ersatzverkehr würde wenigstens für diese wichtige Verbindung einen Zusatzbus beinhalten, der Anschluss an die vorhergehende S2 vom Flughafen hat. Und diese S2 dann eben auch am Wochenende bis Pirna fahren würde.
    Schließlich müssen wir als Kunden trotz des deutlich eingeschränkten Angebotes den vollen Preis bezahlen. Da können wir auch erwarten, dass seitens der Bahn zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, die Einschränkungen möglichst gering zu halten.
    Vom VVO erwarte ich, dass er solch kreative Lösungen bedenkt und in den Verhandlungen mit der Bahn auch durchsetzt.

    1. Christian Schlemper

      Hallo Flueggus, der Ersatzverkehr kann leider die qualitativen Einschränkungen nicht vollständig kompensieren. Unser Fokus liegt in allen Fällen darauf, für die Mehrzahl der betroffenen Reisenden akzeptable Reisebedingungen zu schaffen und die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Im dem von Ihnen geschilderten Fall wird deshalb der Herstellung der Reisekette Bad Schandau – Pirna – Dresden der Vorzug gegeben; Zu Lasten der Reisekette nach Decin, die von wesentlich weniger Fahrgästen genutzt wird.

      Wegen der relativ geringen Zahl an Fahrgästen und dem damit verbundenen Aufwand, wurde ihr Vorschlag, zusätzliche Busse in Verbindung mit der Linie S2 einzusetzen, nicht weiter verfolgt.
      Wir können in diesem Fall nur um Ihr Verständnis bitten.

  3. flueggus

    Und genau dies nenne ich eine einseitige Verschiebung der Probleme zulasten der Reisenden. Denn trotz der erhöhten Reisezeiten können wir nicht einfach mal den Fahrpreis kürzen und beispielsweise statt eines vollen, ein ermäßigtes Ticket lösen.
    Um aber nicht nur zu kritisieren, will ich erwähnen, dass ich erfreut feststellen durfte, dass in den Abendstunden auch nach 21.30 Uhr wieder Züge auf dem Abschnitt Schöna-Schandau fahren, sogar bis 23 Uhr! Dies hatte ich in den letzten Jahren schmerzlich vermisst, speziell im Sommer. An dieser Stelle damit auch ein Lob!

    1. Sandra Petzold

      Hallo Flueggus, wir können Ihren Ärger nachvollziehen. Wir würden ja auch gerne das vollständige Fahrplangebot zur Verfügung stellen. Hier erlaubt einfach die Gleisinfrastruktur nicht mehr. Vielen Dank für das Lob, wir geben es gerne an unsere Fahrplaner weiter.

  4. flueggus

    @Sandra Petzold: Im kritischen Teil meines Kommentars ging es nicht um die Gleisinfrastruktur sondern um das Busangebot des SEV bzw. evtl. zusätzliche Fahrten der S2 am Wochenende bis Pirna, welche von der eingeschränkten Gleisinfrastruktur im Abschnitt Pirna-Königstein nunmal nicht betroffen ist.
    Übrigens sollte, wenn ein Ereignis wie der VVO-Entdeckertag läuft, schon mit erhöhtem Fahrgastaufkommen gerechnet und auch mal ein längerer Bus für den SEV bestellt werden.
    In dem heute 10.28 Uhr ab Pirna fahrenden SEV-Bus (kurz) hatten längst nicht alle Fahrgäste Platz, die nach Königstein oder Schandau fahren wollten und mussten sich wie auch die, die nach Wehlen oder Rathen wollten, auf die nächste S-Bahn vertrösten lassen.
    Für letztere wäre zumindest eine bessere Information wichtig gewesen, auch über alternative Busverbindungen der OVPS. Da standen zwar am Tunnelausgang in Pirna zwei Praktikanten, aber die verteilten nur Baufahrpläne, statt sich an den Bus zu stellen und die Fahrgäste entsprechend zu lotsen. Diese Aufgabe fiel dann auf den sowieso schon ordentlich geforderten Busfahrer zurück.

    1. Christian Schlemper

      Hallo Flueggus, vielen Dank für Ihre Schilderungen zum Entdeckertag. Wir können uns für das Gedränge nur entschuldigen und nehmen ihren Hinweis für das nächste Jahr mit. Ihre Kritik an den Mitarbeitern der DB geben wir an die Kollegen weiter.

  5. Bernd Böttcher

    Es wäre gut wenn ihr mit der Deutschen Bahn redet das die Oberleitung von Meißen Triebischtal bis Borsdorf bauen so könnte man die S1 bis Leipzig Hbf verkehren lassen.
    Es wäre gut wenn die S2 von Dresden Flugahfen bis Bad Schandau bzw Schöna.
    Die S3 verlängern bis Hof Hbf und die RB30 einstellen.
    aus dem RE3 die S3X machen.
    Das in Freital-Deuben nur noch die S3/RB30 hält finde ich überhaupt nicht gut.
    Es gibt doppelstockwagen mit neigetechnik und da hinter könnte man die BR182 anhängen.
    Der talent2 gefällt mir überhaupt der ist viel zu eng. Der Talent von der S-Bahn Mitteldeutschland ist der besste da man viel platz hat.

  6. Bernd Böttcher

    ab wann wird die S2 verlängert und fährt auch auch wochende richtung Pirna

    1. Christian Schlemper

      Hallo Bernd Böttcher, derzeit gibt es keine Planungen zur Erweiterung der S 2. Im Advent wird es aber wieder zusätzliche Angebote geben. Eine Bitte: Bei aller Eile der modernen Welt würde ich mich freuen, wenn wir ein bisschen Form bewahren. Viele Grüße

  7. Bernd Böttcher

    okay.

  8. Bernd Böttcher

    Das die S2 am Wochenende nicht fährt ist mist

  9. Bernd Böttcher

    Wird es auf der S2 auch eun 15 Minutentakt geben wie auf der S1?

    1. Christian Schlemper

      Das ist derzeit nicht geplant

  10. Tobias

    Ich finde es schön, dass die Bauarbeiten vorerst beendet sind, und wieder halbstündlich nach Bad Schandau gefahren wird. Eine Frage habe ich aber noch: Warum wurden bei der Gelegenheit nicht gleich die kompletten Bahnsteige in Obervogelgesang saniert? Durch die Gleissperrungen wäre es ja problemlos möglich gewesen, zumal Bahnsteige in besserem Zustand (Krippen) demnächst saniert werden sollen.

    1. Christian Schlemper

      Hallo Herr Scheidig, die Koordination der Baumaßnahmen im Elbtal obliegt der DB Netz, die als Infrastrukturbetreiber auch Inhaber der Gleisanlagen und Bahnsteige ist. Vor diesem Hintergrund können wir Ihnen die Frage leider nicht beantworten, möchten Ihnen aber mitteilen, dass wir genauso verwundert sind, wie Sie. Viele Grüße

  11. Bernd Böttcher

    Könnte man ein versuch machen das man ein monat lang die Fahrgäste zählt wenn die S2 auch am Wochenende bis Pirna fährt.? Wäre auch schön wenn die Buslinie 219 von Gottleuba,Hackebeilstraße auch am wochende 19.47uhr abfährt nach Pirna. Das man in Pirna anschluss hat zur H/S nach Dresden-Prohlis

    1. Christian Schlemper

      Hallo Bernd Böttcher, voraussichtlich wird es im Dezember wieder zusätzliche Fahrten auf der S 2 geben. Dann werden wir auch die Fahrgäste zählen. Zum Busverkehr wenden Sie sich bitte an die OVPS. Viele Grüße

  12. Bernd Böttcher

    Wäre besser wenn die S2 auch so das wochenende bis Pirna verkehrt.

  13. Bernd Böttcher

    Der anschluss von der U28 zur S1 in Schöna ist schlecht gelegt.

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