Erstklassig in der zweiten Klasse fahren

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Seit Dezember 2014 verkehren die grün-weiß-gelben trilex-Züge zwischen Dresden, der Oberlausitz und Tschechien. Robert Aschenbrenner betreute als Projektleiter den Wechsel von DB Regio zu trilex.

Die Texterkolonie

Eigentlich arbeitet Robert Aschenbrenner hinter einem Schreibtisch. Doch an diesem sonnigen Nachmittag im März 2015 fährt er mit einem trilex-Zug vom Bahnhof Dresden-Neustadt zum Hauptbahnhof und erkundigt sich bei einer Kollegin, wie ihr Arbeitstag bis jetzt verlaufen sei. Sie entgegnet zufrieden: „Alles bestens.“

Der trilex in Dresden-Neustadt.

Und auch Robert Aschenbrenner kann zufrieden sein, wenn er auf die letzten drei Monate zurückschaut. Der Projektleiter von trilex erinnert sich an den „nicht ganz einfachen Start“ im Dezember 2014, als kurz nach Beginn der trilex-Taktung gleich zwei Herausforderungen anstanden. Der Adventsverkehr und ein Dynamo-Heimspiel sorgten für ein erhöhtes Reiseaufkommen, das nur mit zusätzlichen Zügen bewältigt werden konnte. „Das Feedback, das wir seitdem bekommen haben, war positiv“, freut er sich. „Wir möchten stets Flexibilität gewährleisten, um auf alle Konstellationen bestmöglich reagieren zu können“, betont der Projektleiter.

Der Wechsel von der DB Regio hin zu trilex dauerte insgesamt 14 Monate. Ein vergleichsweise kurzer Zeitraum, in dem verschiedene Aufgaben auf der trilex-Agenda standen. Eine davon war die Personalgewinnung: Dabei konnte das Unternehmen größtenteils die Angestellten anderer Verkehrsunternehmen übernehmen, akquirierte weitere Mitarbeiter selbst und bildete sie aus. Fahrpläne wurden angepasst sowie Büros in Dresden und Görlitz eröffnet, Verwaltungs- und Vertriebskonzepte eingeführt und Datensysteme installiert.

Die Zusammenarbeit mit DB Regio verlief bei der Übergabe sehr professionell und auch die anfängliche Skepsis einiger Reisender ist mittlerweile gewichen. „Eine große Stellschraube war der Service“, sagt der gebürtige Dresdner. Bei trilex sind ab sofort Kundenbetreuer mit an Bord, die Reisende beraten und ihnen Tickets verkaufen können. Wer Anschluss-Fahrkarten für  die Straßenbahn benötigt oder gar ein Ticket, um über die Grenzen des VVO-Gebiets hinaus zu reisen, kann das nun direkt im Zug erledigen. „Damit möchten wir vor allem die älteren Reisenden
unterstützen“, so Robert Aschenbrenner. Für die jüngere Generation wurden Webseiten erarbeitet, welche noch erweitert werden. Eine Seite für Handys und Tablets folgt.

Darüber hinaus finden sich neue Tarife im Angebot, während die bestehenden Abos ihre Gültigkeit behalten. „Speziell mit den Katzensprung-Tickets nach Bischofswerda, Bautzen und Wilthen möchten wir die Freizeit-Reisenden ansprechen“, erklärt Herr Aschenbrenner. Die selten beanspruchte 1. Klasse wiederum wurde abgeschafft und stattdessen ein Stammplatzsystem eingeführt, das explizit von Berufspendlern mit Reservierungswünschen in Anspruch genommen werden kann. „Bei uns wird erstklassig in der zweiten Klasse gefahren.“ Als besonders wichtig sieht er die länderübergreifende Kooperation an, die seit 2010 besteht. So fahren trilex-Züge zum Beispiel bis nach Liberec. Und um selbst einen Eindruck vom Fahren im trilex zu gewinnen, nimmt Robert Aschenbrenner auf Dienstreisen nach Görlitz oder Hrádek nad Nisou dann selbst als Fahrgast Platz.

Dieses und weitere Themen finden Sie in der Kundenzeitschrift des VVO – OberelbeTakt – Ausgabe I/2015.


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