Eisenbahnstrecken im Porträt: Die S-Bahn Linie S 1

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Sie ist die älteste, längste und nachfragestärkste Strecke im Dresdner S-Bahn-Netz: die S 1 zwischen Meißen-Triebischtal und Schöna. Auf 77 Kilometern verbindet sie 33 Stationen und befördert Berufspendler und Schüler ebenso wie Ausflügler und Touristen, die die Schönheiten des Elbtals genießen möchten. Wie die anderen beiden Dresdner S-Bahn-Linien auch wird die S 1 von DB Regio Südost mit Doppelstockzügen betrieben, die mit Loks der Baureihen 146 (Stammzüge) bzw. 143 (Verstärkerzüge) bespannt sind.

Birgit Hilbig / DDV Mediengruppe

Die S-Bahn S 1 – hat schon viele Lokomotivtypen gesehen: hier 2012 ein Taurus (BR 182) in Heidenau.

Sie ist die älteste, längste und nachfragestärkste Strecke im Dresdner S-Bahn-Netz: die S 1 zwischen Meißen-Triebischtal und Schöna. Auf 77 Kilometern verbindet sie 33 Stationen und befördert Berufspendler und Schüler ebenso wie Ausflügler und Touristen, die die Schönheiten des Elbtals genießen möchten. Wie die anderen beiden Dresdner S-Bahn-Linien auch wird die S 1 von DB Regio Südost mit Doppelstockzügen betrieben, die mit Loks der Baureihen 146 (Stammzüge) bzw. 143 (Verstärkerzüge) bespannt sind.

Ihre offizielle „Geburtsstunde“ schlug mit dem Fahrplanwechsel 1973/74, als vom Dresdner Hauptbahnhof nach Meißen-Triebischtal und Pirna ein durchgängiger 60-Minuten-Takt mit Verdichtungen im Berufsverkehr eingeführt wurde. Für die damalige Zeit war das alles andere als selbstverständlich – und eine logistische Herausforderung, weil sich Nah- und Fernverkehr die
viel befahrenen Gleise teilen mussten. Zudem gab es in der Frühzeit noch keine einheitlichen Fahrzeuge, sodass die Fahrgäste die S-Bahn gar nicht als solche wahrnahmen.

Anfang der 1990-er setzte sich die Bezeichnung immer mehr durch; zudem wurde die S 1 über Pirna hinaus bis nach Schöna erweitert. Neue Fahrzeuge und Fahrscheinautomaten sorgten für mehr Komfort. 1996 begann dann ein beispielloses, mehr als eine Milliarde Euro schweres Ausbauprojekt, das schrittweise für eigene S-Bahn-Gleise und damit für Unabhängigkeit vom Fernverkehr sorgte. Verspätete Schnellund Güterzüge konnten den Takt nicht mehr durcheinanderbringen, zusätzliche Fahrten wurden möglich. Heute rollen in der Regel zwei, im Berufsverkehr vier Züge pro Stunde – durch Überlagerung mit der S 2 zwischen Pirna und Dresden-Neustadt sogar noch mehr.

Meilensteine in der Geschichte der Dresdner S-Bahn markieren auch die speziellen Tarife. Im September 1974 wurde, so heißt es in einem Sondernewsletter der DB Regio AG, erstmals ein S-Bahn-Tarif für den „Stadt- und Vorortverkehr im Eisenbahnbetrieb“ eingeführt; in der höchsten der fünf Preisstufen kostete ein handschriftlich zu entwertendes Pappticket zwei DDR-Mark. 1998 brachte der Verkehrsverbund Oberelbe den einheitlichen Verbundtarif an den Start. Seither gelten in den jeweiligen Tarifzonen für alle Verkehrsmittel der beteiligten Unternehmen die gleichen Fahrscheine und Preise.

WEITERE FAKTEN

  • In den Zügen der S-Bahn-Linie S 1 sind jährlich rund elf Millionen Fahrgäste unterwegs.
  • Wochentags nutzen durchschnittlich 33.000 Personen die Strecke, an Samstagen 25.000 und an Sonn- und Feiertagen 21.000.
  • Innerhalb der vergangenen zehn Jahre stieg die Fahrgastzahl damit um 40 Prozent.
  • Für die Gesamtstrecke zwischen Meißen-Triebischtal und Schöna brauchen die Züge 90 Minuten
  • Die S 1 ist Rückgrat und Zubringer des gesamten Nahverkehrs im oberen Elbtal: An 30 der 33 Stationen kann man in andere Linien umsteigen.

Dieses und weitere Themen finden Sie in der Kundenzeitschrift des VVO – OberelbeTakt – Ausgabe IV/2020.


7 Kommentare

  1. eisenbahner1609

    Guten Tag allerseits,

    ich habe einen sehr offentsichtlichen Fehler gedunden:

    Die Baureihe 143 bespannt nicht nur die Verstärkerzüge. Fast eher im Gegenteil. Letztens in Dresden waren 3 von 4 Stammzügen auf der S 1 mit der Baureihe 143 bespannt. Es kommt auch vor (aber eher selten), dass eine 146 einen Verstärkerzug bespannt. Das habe ich alles schon erlebt.

    Außerdem finde ich es Schade, dass der Twindexx nur die 2-teiligen zu 3-teiligen macht und nicht die Kapazitäten auf der S 1 in die Sächsische Schweiz erhöht, welche an „Wanderwochenenden“ oft überfüllt ist und deswegen auch dann oft zu spät.

    Ich wünsche ihnen allen noch eine schöne Weihnachtszeit!

    LG eisenbahner1609

    1. Christian Schlemper

      Hallo Eisenbahner1609, danke für Ihren Hinweis. Trotz des Einsatzes der BR 143 auf der S 1 ist die DB bemüht, dass dies die Ausnahme ist. Ihre Anmerkung zum Twindexx-Einsatz, der ja grundsätzlich von einer Finanzierung durch den Freistaat Sachsen abhängig ist, gebe ich weiter. Viele Grüße,

      1. eisenbahner1609

        Ich habe noch eine kleine Frage:
        Stehen deshalb vor dem Dresdener Hbf so viele Loks der BR 143?

        Außerdem finde ich, dass die 143 ein zuverlässige Lok ist.

        1. Christian Schlemper

          Hallo Eisenbahner 1609, Ihre kleine Frage kann Ihnen nur die DB Regio beantworten, da sie ja für den Betrieb zuständig ist. Die Kontaktdaten finden Sie unter https://www.bahn.de/regional/view/regionen/sachsen/info/kundendialog.shtml?dbkanal_007=L01_S01_D001_KIN0031_sachsen_teaserblock_kontakt_LZ01 Viele Grüße

        2. Landei00

          Also zu 1.: ein Twindexx Triebkopf alleine wird vermutlich keine 4 Dostos schnell gut durchs Elbtal bekommen, dafür ist einer alleine zu schwach. Die 146er dürften da ne deutlich bessere Beschleunigung bieten. Gerade für den Fahrplan der S1

          Zu 2.: die 143er da sind abgestellte Reserveloks

  2. Michael

    Hallo VVO, wann wird in Dresden ein City-Ring eingeführt und damit das S-Bahn-Angebot verbessert?

    1. Christian Schlemper

      Hallo Michael, wo und wie stellen Sie sich denn einen Ring vor? Der wesentliche Ausbau der S-Bahn-Strecke Meißen – Pirna ist abgeschlossen. Informationen dazu finden Sie hier unter https://blog.vvo-online.de/ein-ende-in-sicht-der-s-bahn-ausbau-in-dresden/ Viele Grüße

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