Eisenbahnstrecken im Porträt: Der Saxonia-Express RE 50

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Kategorie: Was noch?, Was rollt? | Stichwörter:

Die Strecke zwischen Leipzig und Dresden hat Eisenbahngeschichte geschrieben:
1839 wurde hier die erste deutsche Fernbahnverbindung eröffnet, und befahren wurde sie von keiner Geringeren als der „Saxonia“.

Birgit Hilbig / DDV Mediengruppe

Auf der Strecke Leipzig - Dresden sind derzeit triebwagen vom Typ Talent 2 unterwegs.

Auf der Strecke Leipzig – Dresden sind derzeit Triebwagen vom Typ Talent 2 unterwegs.

Johann Andreas Schubert hatte diese erste in Deutschland produzierte Lokomotive konstruiert. Kein Wunder also, dass die große Tradition hochgehalten und die Verbindung heute auch Saxonia-
Express“ genannt wird.

Nach dem privat finanzierten Start verkauften die Aktionäre den Betrieb 1876 an die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen, die 1920 in der neu gegründeten Deutschen Reichsbahn aufgingen. Einen schweren Rückschlag erlitt die bis dahin florierende Hauptstrecke nach dem Zweiten Weltkrieg: Als Reparationsleistung an die Sowjetunion wurde das zweite Gleis abgebaut, was die Leistungsfähigkeit stark reduzierte und dazu zwang, in Richtung Leipzig über Meißen und Döbeln zu fahren.

Bis 1967 war die Zweigleisigkeit wiederhergestellt, 1970 wurde die Elektrifizierung abgeschlossen. Mit knapp 70 Minuten (bei nur einem Halt) erreichten die Züge damals die kürzeste planmäßige Fahrzeit in der Streckengeschichte – was wegen zunehmender Mängel am Oberbau nur wenige Jahre so blieb. Nach der Wiedervereinigung galt die Strecke als eine der meistbefahrenen in Deutschland, aber auch als dringend sanierungs- und modernisierungsbedürftig. Viele Pläne wurden aufgestellt und wieder verworfen, ehe der Ausbau stufenweise in Angriff genommen wurde.

Neben Schnellzügen sind zwischen Leipzig und Dresden seit jeher Personenzüge unterwegs, die auch in den kleineren Orten halten und früher mitunter nur Teilstrecken befuhren. Zum Fahrplanwechsel 2000 entstand aus dem RegionalExpress RE 5 (Dresden – Coswig – Riesa – Oschatz – Wurzen – Leipzig) sowie den Regionalbahnen RB 79 (Dresden – Cossebaude – Riesa)
und RB 112 (Riesa – Wurzen) der StadtExpress SE 50. Dieses neue Produkt sollte generell stündlich verkehren und außerhalb der S-Bahn-Systeme überall halten. Bereits 2001 verschwand die Bezeichnung jedoch wieder, und aus dem SE 50 wurde der RE 50 oder Saxonia-Express.

Den betrieb die Deutsche Bahn lange mit Doppelstockwagen, ehe 2012 die modernen Triebwagen vom Typ Talent 2 an den Start gingen. Mit diesen barrierefreien, klimatisierten,  energiesparenden und spurtstarken Fahrzeugen konnte die Reisezeit auf aktuell 96 Minuten gesenkt werden. Zudem können je nach Nachfrage drei- und fünfteilige Varianten einzeln oder gekoppelt zum Einsatz kommen. Wochentags wurden 2019 fast 10.000 Fahrgäste gezählt; das sind 58 Prozent mehr als im Jahr 2000. „Damit erreichen wir in der Hauptverkehrszeit allerdings
zunehmend die Kapazitätsgrenze“, heißt es beim VVO, „so dass derzeit geprüft wird, nach Ende des aktuellen Verkehrsvertrages im Dezember 2025 wieder Doppelstockfahrzeuge einzusetzen.“

Eine weitere Verlängerung der Züge ist wegen der begrenzten Bahnsteiglängen nicht möglich.

Dieses und weitere Themen finden Sie in der Kundenzeitschrift des VVO – OberelbeTakt – Ausgabe II/2020.


27 Kommentare

  1. Bernd Böttcher

    Es sollten Dostos eingesetzt werden. Da sind die Gänge breiter als beim Hamster (BR442).

    1. Frank Dampf

      Die Dostos sind in allen Belangen besser…

      1. Holger

        Aber nur wenn es die Fahrgastzahlen her geben. Und leider hat man in Sachsen in den 90ern große Fehler gemacht, indem man 5 Verkehrsverbünde entstehen ließ. Berlin und Brandenburg waren da schlauer. Und auch wenn der VBB lange Zeit ebenfalls Angebote reduzierte, so ist seit der Fertigstellung des Berliner Nord Süd Tunnels und dem Wirtschaftsboom im Raum Berlin Geld da, massive Verbesserungen in die Verkehrsverträge zu bringen. Nehmen wir den Landkreis Teltow Fläming oder die Landkreise Elbe Elster und Dahme Spreewald. Die Züge mussten seit dem Mauerbau bis 2006 den Umweg über Schönefeld auf die Stadtbahn nehmen, was wenn man Pech hat auch heute bei PUs oder Personen im Gleis vorkommen kann und den Weg ins Zentrum Berlins oder aus diesem heraus die Fahrtzeit verdoppelt. Dementsprechend fuhren nur ein Paar Hanseln mit der Bahn. Seit 2006 allerdings ziehen immer mehr Menschen aus dem teuren Berlin nach Brandenburg. Letztes Jahr war 2,5 Monate Schienenersatzverkehr, ein fürchterlicher Zustand der viele wegen mehr als doppelter Fahrtzeit mit dem Auto nach Ludwigsfelde fahren ließ. Hier fahren jetzt im Sommer 5 Dostos und im Winter 4, mal abgesehen von Corona (weniger Fahrgäste) sind die Züge zwischen Jüterbog und Bernau rappelvoll, sogar Morgens 4:30 Uhr bis 8:30 trotz 30 Minuten Takt und später im Stundentakt, ab 15:30 Uhr wieder im Stundentakt. Fragwürdig ist hier allerdings die Durchbindung jeweils alle zwei Stunden nach Falkenberg und Wittenberg. Ich bin nicht der Meinung, diese Strecken zu streichen. Aber auf den Ästen würden die Talent 2 der S-Bahn Mitteldeutschland wesentlich mehr Sinn ergeben. Denn ab Jüterbog Richtung Süden und Osten sind die Züge fast leer, außer am Wochenende. Was der VBB jetzt neu hat und ich gut finde, ist das 24 Stunden Ticket. Hin und Rückfahrt wurden schon in den letzten Jahren automatisch zum Tagesticket (gültig bis 3 Uhr des Folgetages), mittlerweile ist es bis zur Urzeit der Entwertung/Kaufs des Folgetages gültig. Also wenn ich heute 15 Uhr einkaufen fahre, kann ich am Folgetag ebenfalls nochmal mit dem Ticket fahren, bis 15 Uhr. Auch cool ist der Rufbus, den es da gibt, da bezahlt man gern mal einen Euro zusätzlich, wenn man dafür 1 Std früher zurück ist. Aber, bis dahin war es ein langer Weg. Und zumindest was dieses Thema angeht, scheinen es die sächsischen Politiker mittlerweile kapiert zu haben, dass dieses Tarifwirrwarr unötig, ja sogar extrem schädlich ist. Wenn ich an meine Berufsschulzeit in Riesa denke und wie sehr ich mir gewünscht habe, zum VVO zu gehören und feststelle, dass dies 22 Jahre her ist und ich auch noch Landtagsabgeordnete kenne, bevor sie in den Landtag gewählt wurden, und wie oft ich dass gepredigt habe, diesen Dschungel endlich begehbar zu machen, muss ich den Realitätssinn vieler Politiker massiv in Frage stellen.

        1. Holger

          Was ich vergessen habe zu erwähnen. Zwischen Elsterwerda und Berlin HBF kann man übrigens seit letztem Jahr den IC2 Dresden – Berlin -Rostock und EC Prag – Dresden – Berlin – Hamburg nutzen, im VBB Tarif, aber auch mit dem Quer durchs Land Ticket. Und zwar Verbindungen jeden Wochentag, was auch dafür spricht, dass der Bedarf in Brandenburg einfach da ist und die finanziellen Mittel dafür auch.

  2. Lukas

    Hallo VVO-Team,

    seit Beginn der Coronapandemie im letzten Jahr ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kontinuierlich gesunken, was aufgrund der aktuellen Lage auch nicht verwunderlich ist. So gehört doch der öffentliche Personennahverkehr zu den großen Verlierern der Corona bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Durch vermehrten Einsatz von Homeoffice oder einfach auch aus Angst vor einer Ansteckung nahm und nimmt der Pendlerverkehr immer weiter ab. Doch was kommt nach Corona? Wie werden die finanziellen Löcher die zurzeit entstehen wieder gefüllt? Wird es auch in Zukunft weniger Pendlerverkehr geben und werden damit in Zukunft nicht auch viel weniger Züge benötig als noch vor einem Jahr? Fragen, die auch Sie wahrscheinlich (noch) nicht beantworten können.

    Dennoch möchte ich in Bezug auf dieses Thema und dem informativen Blogeintrag über den Saxonia-Express nachfragen, wie die kommende Ausschreibung auf der bisher stark nachgefragten Strecke aussieht. Mit welchen Fahrgastzahlen rechnen Sie für die kommende Neuvergabe des Saxonia-Expresses? Gibt Corona den Anlass dafür, bisherige Konzepte zu überdenken?

    Unter der Rubrik „Verkehrswende: Die Zukunft der Eisenbahn im VVO“ machte ich Ihnen bereits den Vorschlag (Kommentar vom 22.05.2020 um 8:28 Uhr) einstöckige und doppelstöckige Fahrzeuge der Nachfrage entsprechend flexibel einzusetzen. Damals gaben Sie an, dass Sie bereits verschiedene Varianten „testen“. Wie steht es denn um dieses Thema bzw. wie sehen denn die „Testergebnisse“ aus?

    Andreas Schauer sagte einmal: „Die Qualität des ÖPNV ist ein Gradmesser für die Lebensqualität in unseren Städten und auf dem Land. Der ÖPNV muss attraktiv, sicher, verlässlich und bezahlbar sein.“ Ich hoffe sehr, dass es im Zuge der Neuausschreibung auch zu Neufahrzeugen kommt, mit denen dieses Zitat wenigsten ansatzweise erfüllt werden kann. Zum missglückten Fahrzeug Talent 2 gehe ich nicht weiter ein, ich denke da wurde in den letzten 8 Jahren genug Negatives gesagt.

    Viele Grüße,
    Lukas

    1. Christian Schlemper

      Hallo Lukas, zwschen 2016 und 2019 sind die Fahrgastzahlen des RE 50 um 11 Prozent gestiegen. Daher planen wir für die Zeit nach der Pandemie mit weiter steigenden Nutzerzahlen und setzen uns daher für de Einsatz von Doppelstockfahrzeugen ein. Zu den genauen Kapazitätsplanungen und daher Fahrzeugkonfigurationen kann ich Ihnen noch nichts neues sagen. Zu den Hintergründen des Einsatzes der Talent 2 Triebwagen haben wir uns in der Vergangenheit ja ebenfalls ausführlich geäußert. Ohne ihren Einsatz hätten wir das Angebot angesichts von damaligen Mittelkürzungen auf der Strecke ausdünnen müssen – so konnten wir im Gegenteil sogar Taktlücken schließen. Wir wissen um die Mängel und diese Erfahrungen werden in die Neuausschreibung mit einfließen. Viele Grüße

  3. Jörg Uhlemann

    Guten Tag Herr Schlemper,

    in der lokalen Presse war heute ein interessanter Artikel über den Start der Ausschreibung für das neue mitteldeutsche S-Bahn-Netz (MDSB2025plus) zu lesen. Dabei musste ich gleich an den Saxonia-Express denken, dessen aktueller Verkehrsvertrag doch auch im Dezember 2025 endet. Warum haben Sie sich da nicht angeschlossen bzw. warum hat man den Saxonia-Express da nicht gleich mit reingenommen und ins MDSB2025plus-Netz integriert? So wird nun wieder eine separate Ausschreibung stattfinden, wo DB-Regio oder ein anderer Bieter wieder mit verkorksten Fahrzeugen wie den Talent 2 zum Leidwesen der Fahrgäste gewinnen wird. Die Integrierung des Saxonia-Expresses in das MDSB2025plus-Netz wäre doch eine einfache und elegante Lösung gewesen. Zudem scheint man sich mit der Neuausschreibung MDSB2025plus von den Talent 2 Fahrzeugen in und um Leipzig trennen zu wollen. Nicht umsonst werden dabei Anforderungen wie zwei Türen im Endwagen an die zukünftige Fahrzeugflotte gestellt. Diese Fahrzeuganforderung kann der Talent 2 nicht erfüllen, es ist also ein heimliches Ausschlusskriterium für den Talent. Meinem Wissen nach kann man diesen Wunsch nur mit dem Flirt von STADLER oder dem Coradia Continental von ALSTOM erfüllen. Beides Fahrzeuge, die deutlich komfortabler sind als der Talent 2. Zudem müssen die Bieter dem ZVNL drei verschiedene Sitztypen vorstellen, die im Hause des ZVNL auf Qualität/Komfort und äußeres Erscheinungsbild getestet werden, bevor sie in den zukünftigen Zügen verbaut werden. Das ist doch mal eine Ansage. Man schaut sich die Dinge also nicht nur auf dem Papier an, sondern testet auch real. Ich bin mir sicher, davon hätte auch der Saxonia-Express profitiert, auch wenn für diesen die Fahrzeuge Flirt und Coradia Continental in der Hauptverkehrszeit zu klein sind. Den Traum von Twindexx-Doppelstockwagen kann man seit der Fusion von ALSTOM und BOMBARDIER auch streichen, da ALSTOM die Produktion dieser Züge auslaufen lässt, um alle zur Verfügung stehenden Mittel für die Weiterentwicklung ihrer hauseigenen Produkte einsetzen zu können, was ja auch verständlich ist. Da bleiben nicht mehr so viele Fahrzeugtypen übrig. Am gescheitesten wäre es, wenn Sie sich um die doppelstöckigen Triebzüge Kiss vom Hersteller STADLER bemühen würden und zwar in der dreiteiligen Variante. Zur Hauptverkehrszeit würden dann zwei aneinandergekoppelte dreiteilige Kiss fahren, die in der Summe in etwa die gleiche Kapazität bieten würden wie ein fünf Wagen Doppelstockzug der S-Bahn Dresden. In den Nebenzeiten dann natürlich nur ein dreiteiliger Kiss. Ich sitze nicht so nah an der Quelle wie Sie, aber ich denke, dass das ein Kompromiss wäre, mit dem Sie als Auftraggeber und wir als Fahrgäste leben könnten. Außerdem würde ich mich freuen, wenn Sie sich auch mal verschiedene Sitztypen zeigen lassen würden, damit man nicht wieder so reinfällt wie beim Talent 2. Vielleicht könnte man im Dresdner Hbf auch eine kleine Ausstellung inszenieren, in der die verschiedenen Sitze vorgestellt werden, Passanten darauf Platz nehmen können und anschließend eine Stimme für den ihrer Meinung nach besten Sitz abgeben können.

    Viele Grüße

    Jörg Uhlemann

    1. Christian Schlemper

      Hallo Jörg Uhlemann, der Saxonia-Express wird mit den Linien Dresden – Elsterwerda, Dresden – Hoyerswerda und Dresden – Cottbus zu einem neuen Netz zusammengefasst. Zu den Fahrzeugen: Für den Saxonia-Express werden voraussichtlich Doppelstock-Fahrzeuge gefordert werden. Hintergrund ist das auf der Strecke auch in Zukunft weitere Fahrgastwachstum. Das kann man aufgrund der Bahnsteiglängen nur mit einem Wachstum in die Höhe abfedern. Zu den verschiedenen Zugtypen sind wir mit den Herstellern im Gespräch; zu den genauen Anforderungen werden wir uns im Rahmen der im 1. Quartal 2022 geplanten Ausschreibung äußern. Ihre Anregungen zu möglichen Praxistests gebe ich an die Fachabteilung weiter. Viele Grüße

      1. Jörg Uhlemann

        Das ist ja interessant. Man knüpft den Saxonia-Express also an das heutige Elbe-Elster-Netz an. Sicher immer noch besser als diesen wieder allein auszuschreiben. Was die Fahrzeuge betrifft, könnte diese Verknüpfung auch zu einem gemeinsamen Fahrzeugpool führen und damit wären wir wieder beim Doppelstock-Triebzug KISS aus dem Hause Stadler. Die dreiteilige Variante vom KISS ist mit ungefähr 290 Sitzplätzen ausgestattet. Diese Anzahl reicht sicherlich aus, um die Linien des heutigen Elbe-Elster-Netzes auch zu den Hauptverkehrszeiten, im Folgenden nur noch HVZ genannt, zu bedienen. Für den Saxonia-Express bietet sich in der HVZ eine Kopplung von zwei dreiteiligen KISS an, womit man dann auf ungefähr 580 Sitzplätze kommen würde. Das sind mehr als bei der 3+5 Kopplung der Talent 2. Ein gemeinsamer Fahrzeugpool hat zudem den Vorteil, dass viele Fahrzeuge des gleichen Typs angeschafft werden können, was sich wiederum auch positiv auf die Werkstattzeiten und Reparaturen auswirken würde. Außerdem trägt dies zur Stabilisierung des laufenden Betriebs bei, was beim Rhein-Ruhr-Express deutlich erkennbar ist. Die Siemens Desiro HC des Rhein-Ruhr-Expresses mögen zwar relativ störungsfreie Fahrzeuge sein, jedoch sind diese im Innenraum ziemlich laut. Fahrgeräusche und Geräusche des Antriebs sind deutlich zu hören. Zudem ist die Sitzverteilung in den doppelstöckigen Wagen im Bereich über den Türen unglücklich gewählt. Dabei sitzt man sich gegenüber, während die Beine im Gang baumeln und immer wieder umpositioniert werden müssen, damit andere Fahrgäste nicht darüber stolpern. Dies ist bei den Wagen der S-Bahn Dresden eleganter gelöst wurden. Dort sind an den betreffenden Stellen Einzelsitze verbaut worden, die sich an der Reihung der anderen Sitze orientieren. Ich bitte Sie daher, bei der Bestellung doppelstöckiger Fahrzeuge darauf zu achten, dass solche Stolperfallen vermieden werden. Abschließend noch eine Frage: Wie viele feste Sitzplätze streben Sie eigentlich an, den Fahrgästen des Saxonia-Expresses in Zukunft anzubieten?

        1. Christian Schlemper

          Hallo Jörg Uhlemann, wie bereits geschrieben, können wir uns zu den Details erst nach der Veröffentlichung der Ausschreibung äußern. Dazu gehören auch sämtliche Anforderungen an Fahrzeuge und Kapazitäten. Viele Grüße

        2. Eric

          Hallo Jörg, lassen Sie sich doch überraschen, schlimmer als es heute ist kann es doch wahrlich nicht werden. Vielleicht kommen die neuen Züge aus China von CRRC, aber der Kiss wäre schon geil. Ist halt noch echte schweizer Präzisionsarbeit, sieht man bei der Westbahn, selten so schöne Fahrzeuge gesehen.

          1. Thomas

            Genau Eric, dem kann ich nur zustimmen. Ich kenne bis jetzt zwar nur dem neuen Stadler Flirt von Go-Ahead-Bayern, der zwischen München, Memmingen und Lindau verkehrt, aber selbst dieser ist im Hinblick auf Fahrdynamik, Komfort und Laufruhe wesentlich besser als der Talent 2. Gegen den Flirt ist der Talent 2 eine richtige Klapperkiste.

            Richtig toll finde ich auch die großen Flachbildschirme in den Flirts von Go-Ahead-Bayern. Diese zeigen Informationen von Anschlusszügen und Bussen in Echtzeit an. Außerdem zeigen sie ein Foto vom Wahrzeichen oder ein Luftbild des Ortes der nächsten Station an. Diese Idee könnte der VVO kopieren und daraus eine große PR-Kampagne in Form eines Fotowettbewerbs starten, indem die Bevölkerung zum Fotografieren ihres Ortes/ihrer Station animiert werden. Natürlich kann dann nur das schöne Foto im Zug gezeigt werden. Sicherlich eine Idee von vielen, um den Bekanntheitsgrad des Produkts Zug zu steigern und so für eine bessere Verbindung zwischen Städte/Gemeinden, dem Fahrgast sowie den Zug, der ja quasi Sachsen einmal durchquert, zu sorgen. Zudem wirken die Züge dann nicht so unpersönlich, sondern stehen für ihre Region in der sie fahren. Dem Tourismusverband Sachsen würde das sicherlich auch sehr gefallen.

  4. Lukas

    Hallo,

    ich habe mal einen Blick in Ihre Ausschreibungsunterlagen zum RE 50 & Co. gewagt. Da geht u. a. hervor, dass gebrauchte Doppelstockwagen zugelassen sind, deren Erstzulassung nicht vor dem Jahr 2004 liegt. Finden Sie das nicht bisschen alt? Schauen wir mal auf das Ende des neuen Vertrags, dass im Jahr 2040 liegt. Somit wären die gebrauchten Doppelstockwagen, sofern sie die Erstzulassung 2004 haben, dann schon 36 Jahre alt. Ein stolzes Alter für Fahrzeuge, die täglich Fahrgäste sicher von A nach B bringen sollen. Das Re-Fit-Programm macht es auch nicht besser, dass zwar das „Innenleben“ der Wagen aktuell halten wird, aber die Konstruktion des Fahrzeugs an sich nicht verjügt. Außerdem, je älter ein Fahrzeug wird, desto wartungsintensiver ist es. Wer auch immer dann der Betreiber von diesen alten Wagengarnituren ist, er wird wohl kaum mit einem Reservezug pro Linie auskommen. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn Sie ausschließlich artgleiche Neufahrzeuge gefordert hätten. Diese wären auf allen Linien einsatzfähig und man hätte sozusagen wieder bei Null anfangen können. Von diesem Doppelstockwagen-Mix, der u. a. auch ein Stärken und Schwächen nicht möglich macht, halte ich nicht viel.

    Viele Grüße

  5. Max

    Stimmt das mit den 36 Jahren denn? Wenn es stimmt finde ich es auch ziemlich alt und zudem auch unfair. Die neuen Bahnbetriebe wie National Express oder Go-Ahead besitzen doch solche Züge gar nicht, sondern nur die DB. Wird die DB bevorzugt behandelt?
    Eigentlich habe ich mich schon auf neue Züge gefreut… Da fahr ich lieber im Talent 2 als in den abgeranzten Doppelstockwagen mit den dunklen und engen Wagenübergänge vor denen man sich ekelt. Das wäre im Vergleich zum Talent 2 wieder ein Schritt zurück anstatt voran…

    1. Christian Schlemper

      Hallo Max, es handelt sich hier um absolute Mindestanforderungen. Wie die Bieter, auch vor dem Hintergrund der von Ihnen und Ihrem Vorschreiber genannten Gründe, damit umgehen, liegt in deren Verantwortung. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass auch Bahngesellschaften, die nicht zum DB-Konzern gehören, Gebrauchtwagen erwerben oder leasen und einsetzen können. „Abgeranzt“ ist ein tolles Wort, trifft hier aber nicht zu, da selbst bei älteren Fahrzeugen in umfassendes Re-Design gefordert ist. Viele Grüße

      1. Lukas

        Hallo,

        die Aussagen von Max sind nicht völlig haltlos. Auch mir ist bisher kein Netz bekannt, wo private EVUs mit eigenen oder geleasten gebrauchten Doppelstockwagen fahren. In den Netzen der LNVG gehören die Doppelstockwagen der LNVG selbst und diese werden dem Metronom oder der Start Unterelbe für den laufenden Betrieb zur Verfügung gestellt. Aber ansonsten ist mir nichts weiter bekannt. Da ist der rote Riese schon in einer Monopolstellung. Wenn Sie unbedingt möchten, dass die Görlitzer Doppelstockwagen auf dem RE 50 fahren sollen – und genau das suggerieren nämlich die „Mindestanforderungen“ ihrer Ausschreibung – hätten Sie diese ähnlich wie die LNVG selbst erwerben müssen und dem jeweiligen EVU für den Betrieb überlassen müssen. Das verstehe ich dann unter fairen Bedingungen.

        Viele Grüße

        1. Christian Schlemper

          Hallo Lukas, wir können Ihnen versichern, dass wir auch im Punkt der Fahrzeuge einen fairen Wettbewerb durchführen. Im Vorfeld der Ausschreibung standen wir mit zahlreichen Herstellern im Kontakt, um praktikable und realistische Mindestanforderungen festzulegen. Ihre Idee, dass wir Görlitzer Doppelstockwagen wollen, ist, wie ich hier betonen möchte, IHRE Idee 🙂 Viele Grüße

          1. Lukas

            Hallo,

            na da bin ich ja beruhigt. Aber wenn es doch die Görlitzer Dostos werden, geben Sie imaginär einen aus.

            Ich war letzte Woche im Raum Offenburg unterwegs und bin in den Genuss gekommen mit dem Siemens Desiro HC, der zwischen Offenburg und Basel Bad Bf zum Einsatz kommt, zufahren. Das sind echt tolle Fahrzeuge. Die haben eine wahnsinnig starke Anfahrzugkraft. Man wird wirklich etwas in den Sitz gedrückt, wenn dieser Zug beschleunigt. Dagegen sind die Görlitzer Lok-Wagen-Garnituren richtig lahm. Der Zug wäre nicht nur was für den RE50 sondern auch für die S-Bahn Dresden gut geeignet. Da würde sich fahrplantechnisch bestimmt noch die ein oder andere Minute einsparen. Also ich kann Ihnen eine Reise mit dem Desiro HC wärmsten empfehlen. Vielleicht fragen Sie mal bei der DB Regio nach, ob denn ein solcher Zug zu Test- und Anschauungszwecken für einen Tag nach Dresden kommen kann.

            Viele Grüße

  6. Ludwig Schubert

    Welche Position hat der VVO eigentlich zum Bahnsteighöhenkonzept der DB, welches beinhaltet, den Reisenden bei Um- und Neubauten (aktuell auf der RE50 in Nüchritz und Glaubitz) beim Aus- und Einsteigen Barrieren in den Weg zu bauen. Auch dort wo vorher keine waren.
    Ist daran gedacht, beim Erwerb von neuen Fahrzeugen an der Einstiegshöhe etwas zu ändern?

    1. Sandra Petzold

      Hallo, Im VVO-Gebiet wird keinem Reisenden eine Barriere vor die Füße gebaut. Das ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche zwischen der DB und uns. Erst mal werden alle Bahnsteige, die neu gebaut werden, eine Höhe von 55 cm erhalten. Diese Höhe passt zu den Fahrzeugen und ermöglicht das barrierefreie Ein- und Aussteigen. Erst nach dem diese neuen Bahnsteige wirtschaftlich abgeschrieben sind und neue Fahrzeuge beschafft werden müssen, dann sollen die erneuerten Bahnsteige die Zielhöhe von 76 cm erhalten. Die Fahrzeuge hätten dann die dazu passende Einstiegshöhe. Viele Grüße

  7. Dustin BGM

    Sorgt bitte nur dafür das der Hamster verschwindet . Zeigt dem MDV was die Qualität eines Doppelstocks ist ! Ihre Fahrgäste , Lokführer und Kundenbetreuer werden es ihnen Danken. Es würde mich wahnsinnig freuen neue Fahrzeuge in Dresden zu sehen z.b den Siemens Desiro HC . Eine Festlegung des Herstellers würde es für die EVUs in Dresden auch einfacher machen zur nächsten S Bahn Ausschreibung in Dresden . Ich hoffe auf euch , lasst euch diese Chance nicht entgehen. Der RE50 wird das Prestigeobjekt in Sachsen werden und das unter dem VVO ! AHU

    Glück auf

  8. Mila

    Hallo, mal eine andere Frage. Wann ist denn frühestens mit einer Info über den Ausgang und den Gewinner der Ausschreibung zu rechnen? Wir Pendler warten sehnsüchtig nach einer baldigen Entscheidung und neuen komfortableren Fahrzeugen. Gibt es da vielleicht mal eine Wasserstandsmeldung?

    PS: Auf dieser Internetseite wird es immer unübersichtlicher. Ich hab ewig gebraucht diesen Blogbeitrag zu finden, der früher mal auf der Startseite zu sehen war. Vielleicht wäre es mal gut, die Seite auszumisten. Die ganzen Aprilscherz-Beiträge der letzten Jahre interessiert doch heute niemanden mehr. Auch der Beitrag „Hier spielt die Musik“ über die BR 182 braucht niemand mehr. Die BR 182 fährt schon lange nicht mehr in und um Dresden. Es finden sich sicher noch mehr Beiträge, deren Infos veraltet sind und entfernt werden können, um hier wieder mal Struktur reinzubringen.

    Grüße an die Verantwortlichen.

    1. Christian Schlemper

      Hallo Mila, die Vergabe-Entscheidung soll in der Verbandsversammlung im Dezember dieses Jahres fallen. Der neue Verkehrsvertrag mit anderen Fahrzeugen auf der Saxonia-Linie startet voraussichtlich im Dezember 2026. Danke für Ihr Feedback zum BLOG – die Ordnung schauen wir uns einmal an. Viele Grüße

      1. Mila

        Aha, danke für Ihre Rückmeldung.

        Wie sieht es denn mit der Inneneinrichtung der neuen Züge aus? Wird es ähnlich wie beim Metronom eine separate Teilung der Bereiche geben, also einen Ruhe- bzw. Arbeitsbereich und einen Bereich für Fahrräder und Kleinkinder? Wir Pendler sind nach einem anstrengenden Arbeitstag oft ziemlich ausgepowert und würden es gut finden, wenn es ähnlich wie im ICE einen Ruhebereich gäbe, wo man von dem Gerangel um Fahrrädstellplätze oder quängelnder Kinder nichts mitbekommt. Viele Grüße

        1. Christian Schlemper

          Hallo Mila, gesonderte Ruhebereiche sind nicht vorgesehen. Viele Grüße

  9. Lukas

    Hallo,

    der Start des 9 € Tickets rückt immer näher. Die Saxonia-Talente können ja bekanntermaßen nicht weiter verstärkt werden als 3+5 Teiler. Wie sieht es den mit dem Umlauf aus, der mit Doppelstockwagen bedient wird? Theoretisch kann dieser ja mit einem 5. Wagen verstärkt werden. Wie sieht es denn praktisch aus? Wenn ich mich recht erinnere, worden früher in der Weihnachtszeit die Dosto-Züge immer mit einem 5. Wagen verstärkt.

    Außerdem: Wurden Konzepte bzw. Verfahrensweisen ausgearbeitet, wie mit einer Überfüllung von Zügen insbesondere in Bezug zur Fahrradmitnahme im Talent umgegangen wird. Das Ganze ist ja im Talent schon immer etwas grenzwertig. Es wäre gut, wenn im DB Navigator bereits ein großer Hinweis aufgezeigt wird, der zeigt, dass der betroffene Zug maximal X Fahrradstellplätze bietet und daher eine Fahrradmitnahme nicht garantiert werden kann. Ich weiß, dass es schon einen Hinweis gibt, der auf eine begrenzte Mitnahme von Fahrrädern verweist, jedoch ist dieser sehr leicht zu übersehen. Darüber hinaus denke ich, dass man mit einer genauen Anzahl der maximal zur Verfügung stehenden Fahrradstellplätze die Fahrgäste bereits im Vorfeld sensibilisiert.

    Viele Grüße

    1. Christian Schlemper

      Hallo Lukas, eine Verstärkung mit einem fünften Wagen kann nicht erfolgen. Informationen zu den Zugkapazitäten findet man in unserer Fahrrad-Broschüre. Ihre Idee, dies noch präsenter zu machen, gebe ich weiter. Wir weisen bereits jetzt darauf hin, dass die Fahrradmitnahme schwierig ist. Wir können nur an alle appellieren, ihr Fahrrad zuhause oder an Bike&Ride-Anlagen zu lassen. Viele Grüße

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