Total vernetzt unterwegs

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Kategorie: Was noch?, Was rollt? | Stichwörter: , , , , ,

Von der Wohnung zur Schule, vom Arbeitsplatz zum Sport – gerade auf dem Land sind weite Wege eher die Regel als die Ausnahme. Pendler und Schüler steigen oft um, von Bus zu Bahn und andersrum. Abgestimmte Fahrpläne machen das Umsteigen einfach, aber wenn erst mal ein Bus an einer Baustelle länger warten muss oder der Zug am roten Signal steht, kommt das ausgeklügelte System schnell ins Wanken. Hier erläutern wir, was im Hintergrund passiert, damit Sie dennoch an Ihr Ziel kommen.

Von Robert Igel und Christian Schlemper

Bis 2012 war bei Verspätungen Stress angesagt: besonders wenn der Anschluss zwischen den Bussen verschiedener Unternehmen klappen sollte. Jeder nutzte andere Standards – oft konnte dann nur ein Telefonanruf in der Leitstelle die Verbindung an einen anderen Bus sicherstellen. Mit dem RegioRBL (RBL = Rechnergestütztes Betriebsleitsystem) nutzen jetzt alle Regional­verkehrs­unternehmen im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und dem Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) die gleiche Technik. Insgesamt wurden rund 1.000 Busse und Fähren mit neuer Technik ausgerüstet. Durch GPS-Ortung weiß man immer, wo sich die Busse befinden und kann daher schneller Entscheidungen treffen: kann der Anschluss warten, weil der Bus gleich kommt, oder bringt das dann den ganzen weiteren Fahrplan durcheinander. Entsprechende Hinweise erhält der Busfahrer auf ein großes Display gesendet.

Das RegioRBL ist zudem mit Hilfe eines Intermodalen Verknüpfungspunktes (IVP) mit den Betriebsleitsystemen der Bahn­gesell­­schaft­en und der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) verbunden. Regelmäßig legen die Unternehmen und Verbünde im Rahmen von Fahrplankonferenzen wichtige Verbindungen fest, die durch die bessere Abstimmung untereinander gesichert werden können. Damit ist es möglich, dass ein verspäteter Zug oder eine Straßenbahn einen Regionalbus informieren kann, so dass für die Fahrgäste noch ein Umstieg möglich ist. Insbesondere Reisende an den Übergangsstellen wie Radeberg, Heidenau oder Bischofswerda, die von mehreren Unternehmen angefahren werden, profitieren von der Einführung der neuen Technik. Pro Jahr überwacht das System inzwischen im VVO alleine rund 250.000 Anschlüsse. In rund 20 Prozent der Fälle greift das System ein: Rund 54.000 Anschlüsse werden jährlich sichergestellt, die ohne die Technik nur mit viel zusätzlichem Aufwand funktionieren würden: hektisches Telefonieren in Leitstellen und Funksprüche zwischen Fahrern können so entfallen.
Die Fahrplan­­daten der Fahrzeuge laufen in ein gemeinsames System ein, die Abfahrtsdatenbank (ADB). Auf diese greifen die Auskunftssysteme zu: so können die Fahrgäste die tatsächlichen Abfahrtszeiten unterwegs unter www.vvo-mobil.de von internetfähigen Handys abrufen oder sich schon im Voraus unter www.vvo-online.de informieren. Damit wird die Information der Fahrgäste während der Fahrt deutlich verbessert: Insbesondere im regionalen Busverkehr, wo es bisher im Störungsfall nur wenig Informationsmöglichkeiten gab, hilft das RBL dem Fahrgast weiter. Darüber hinaus wurden die Busse mit elektronischen Haltestellenansagen ausgestattet, um besonders ortsfremden Fahrgästen die Orientierung zu erleichtern.

Für das Gesamtprojekt wurden durch den Freistaat Sachsen insgesamt 7,46 Mio. Euro Fördermittel bereitgestellt. Neben den 19 beteiligten Unternehmen waren auch die beiden Verkehrsverbünde mit einer Summe von 1,34 Mio. Euro an der Finanzierung des RegioRBL beteiligt. Das RBL für die DVB AG wurde darüber hinaus durch den Freistaat mit 8,5 Mio. Euro gefördert.

 


1 Kommentar

  1. Bernd Böttcher

    Das finde ich klasse.

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