Umweltschonend und leise

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Im heutigen VVO-Dieselnetz sollen ab 2031 batterieelektrische Züge fahren. Nach der wissenschaftlichen Untersuchung geht es im nächsten Schritt um die Fördermittel.

Birgit Hilbig / DDV Mediengruppe

Im September 2020 startete ein Batteriezug zu einer Testfahrt im VVO. Die Testfahrt führte von Dresden nach Königsbrück und zurück.

Seit Ende 2021 steht fest: Im jetzigen VVO-Dieselnetz sollen in zehn Jahren batterieelektrische Züge fahren. Diese Entscheidung fällte die Zweckverbandsversammlung auf der Grundlage von Untersuchungen der Technischen Universitäten Dresden und Berlin, in denen Vor- und Nachteile von Wasserstoff- und Akku-Technologie abgewogen wurden. „Die Wissenschaftler haben technische, betriebliche, wirtschaftliche und ökologische Aspekte betrachtet“, sagt Martin Arnhold, im VVO verantwortlich für Vergabeverfahren im Schienenpersonennahverkehr. „Die Gutachten haben gezeigt: Für unsere Region ist die Akku-Technologie sinnvoller. Letztlich ist diese auch kompatibel zur geplanten Elektrifizierung der Strecke Dresden – Kamenz sowie weiterer Strecken in der Region. Denn es wäre nicht sinnvoll, für die Übergangszeit ein völlig neues Antriebsprinzip mit dem entsprechenden Tankstellennetz zu etablieren.“ Schon jetzt haben die meisten der „Dieselstrecken“ Zugang zum elektrischen Strom, weil sie durch den komplett elektrifizierten Ballungsraum Dresden führen. Auf diesen Abschnitten können die Hybridzüge die vorhandenen Oberleitungen nutzen und dabei ihre Akkus aufladen. Weil heutige Batteriezüge schon fast 100 Kilometer Reichweite haben, braucht es nur noch wenige Ladestationen, um die verbleibenden Lücken zu schließen und die Strecken zwischen Dresden und Kamenz, Dresden und Königsbrück, Heidenau und Altenberg sowie Pirna und Sebnitz emissionsfrei zu betreiben.

Nächster Schritt: Bewerbung um Fördermittel

Doch zunächst, so Arnhold, wird gemeinsam mit der Sächsischen Agentur für Strukturentwicklung ein Projektvorschlag erarbeitet – denn die berät Vorhaben wie dieses bezüglich der Fördermittel. Dabei spielt es auch eine Rolle, ob sich der Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) mit weiteren Strecken beteiligt und ob die Elektrifizierung der Strecke Dresden – Görlitz finanziert werden kann. „Das ist ein aufwändiger politischer Prozess. In seinem Rahmen werden Gespräche mit allen Beteiligten geführt.“ Eine weitere zeitintensive Etappe sei dann der Aufbau der Ladeinfrastruktur. Wenn die Fördermittel bewilligt sind, kann der VVO den Bau von Fahrzeugen nach seinen ganz spezifischen Anforderungen ausschreiben. Auch in dieser Hinsicht ist 2031 ein Zieltermin, denn die aktuell eingesetzten Desiros werden dann das Ende ihrer Laufzeit erreicht haben. „Inzwischen haben fast alle Hersteller batterieelektrische Fahrzeuge im Angebot“, sagt Martin Arnhold. „Zwischen Leipzig und Chemnitz sollen solche Züe schon 2023 fahren, auf der S-Bahn Leipzig – Döbeln ist das für Dezember 2025 geplant.“ Der VVO könne also von Erfahrungen anderer Verbünde profitieren.

Langfristig sinnvolle Lösung

Innenansicht des Batteriezuges

Die neue Antriebstechnik macht den Bahnverkehr im bisherigen Dieselnetz nicht nur umweltschonend, sondern auch leiser und möglicherweise sogar schneller. Perspektivisch, so die Wissenschaftler, seien Elektrozüge am Fahrdraht jedoch am effizientesten und böten das größte Potenzial an CO2-Einsparung. Bis dahin – und dort, wo eine Elektrifizierung auch langfristig nicht möglich ist – sei die Batterietechnologie eine sinnvolle Lösung.

 

Dieses und weitere Themen finden Sie in der Kundenzeitschrift des VVO – OberelbeTakt – 1. Ausgabe 2022.


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