Das PLUS für Stadt und Land

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Schrittweise entwickelt der VVO gemeinsam mit den Landkreisen den regionalen Busverkehr weiter. Stefan Gerstenberg ist beim VVO Mitarbeiter für den ÖPNV-Bestellermarkt, privat tritt er aber gern selber in die Pedale. Im Interview erzählt er uns von den neuen PlusBus-Linien.

Nils Brabandt/Konzept Konzept

Stefan Gerstenberg, Mitarbeiter ÖPNV-Bestellermarkt beim VVO

Kalt draußen! Fahren Sie bei jedem Wetter Rad?

Mein Lieblingsfortbewegungsmittel ist tatsächlich das Rennrad. Mit einem meiner Räder lege ich in 90 Prozent der Fälle meinen Arbeitsweg zurück, mit dem anderen trainiere ich. Ich fahre jedoch keine Straßenrennen im eigentlichen Sinne, sondern fahre nur zum Spaß bei Events mit, bei denen man mit anderen Rennradfahrern eine längere Strecke gemeinsam zurücklegt (RTFs). Mir geht es darum, meine eigenen Grenzen zu verschieben. Ob ich dabei besonders schnell bin, steht für mich erstmal an zweiter Stelle. Letzter möchte ich aber auch nicht werden. (lacht)

Was ist eigentlich ein „Bestellermarkt“?

Ich bin seit zwei Jahren im VVO-Team und meine Hauptaufgabe ist die Gestaltung der Busverkehre, die wir als Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe bezuschussen. Der Schwerpunkt liegt in den Bereichen Angebotsplanung, Erfolgskontrolle und Finanzierung. Außerdem kümmere ich mich um das Controlling im Busbereich sowie um Themen der Digitalisierung, wie beispielsweise Autonomes Fahren.

In den vergangenen Jahren setzte der VVO stark auf den Schienenverkehr – jetzt rückt der Busverkehr in den Vordergrund. Gibt es eine neue Strategie?

Es ist kein Strategiewandel im eigentlichen Sinne. Der VVO finanziert ja schon seit langem Busverkehre, die ehemalige Bahnstrecken ersetzen sollen. Dazu gehört aber auch der regionale Nachtverkehr im Dresdner Umland. In den letzten Jahren rückte das Thema ÖPNV aber immer mehr in den öffentlichen Diskurs und auch in den ländlicheren Räumen abseits der großen Städte sehen wir mittlerweile ein gesteigertes Interesse an einem ÖPNV, der auch für Berufspendler oder für den Freizeitverkehr attraktiv sein soll. Ein gutes Beispiel ist hierfür die Ergänzung der Linie 372 zum Zug im Müglitztal, wo wir den Beschäftigten der Uhrenhersteller in Glashütte seit ca. einem Jahr zusätzliche Fahrten zur und von der Arbeit mit dem Bus anbieten Grundsätzlich ist mein Ziel, dass wir mit dem Nahverkehr eine Alternative zur PKW-Nutzung bieten und mehr Kunden zur umweltfreundlichen Fortbewegung animieren.

Ab Juni 2018 gibt es den PlusBus. Wer hatte die Idee dazu?

Die ersten Vorschläge für ein Busgrundnetz wurden bereits 2015 entwickelt. Damals geschah das noch unter anderen Vorzeichen, denn die Finanzierung der Schienenverkehre war perspektivisch ungewiss. Deswegen wurde überlegt, wie ein guter Nahverkehr abseits der Schiene erhalten werden kann. Mittlerweile sind die Finanzen zukunftssicher aufgestellt, sodass nicht nur der Erhalt des Bedienstandards, sondern sogar eine leichte Verbesserung drin ist. Beim Mitteldeutschen Verkehrsverbund und in Brandenburg wird schon seit längerem erfolgreich der PlusBus eingesetzt. Dieses Konzept setzen wir nun gemeinsam mit den Landkreisen, die ja für den Busverkehr zuständig sind, auch in unserem Verbundgebiet um.

Was bedeutet dieses Plus für die Fahrgäste?

Wir schaffen einen weiteren attraktiven Baustein zur Vernetzung von Stadt und Land. Der PlusBus bietet ein verlässliches und leicht zu merkendes ÖPNV-Angebot abseits der Schiene. Unter der Woche fährt mindestens stündlich ein Bus, auch in den Ferien. An Wochenenden schaffen wir nun ein Grundangebot, wo heute vielerorts gar kein Bus mehr fährt. Außerdem sorgen wir für Anschlüsse zum Schienenverkehr und zu anderen Buslinien.

Einige Verkehrsverbünde planen PlusBusse mit Fahrradträgern. Hört sich das für passionierte Radfahrer wie Sie gut an?

Ja und nein. Mancher Verbund plant im Unterschied zu uns eine Neubeschaffung von Bussen. Im Zuge dessen können die Fahrradbügel gleich mitbeschafft werden. Aber auch bei den Fahrzeugen unserer Partner ist im begrenzten Maße die Mitnahme von Zweirädern möglich. Aber ich fahre ja selber fast alles mit dem Rad. (lacht)

Vielen Dank für das Interview, Stefan Gerstenberg.

Weitere interessante Wegbegleiter finden Sie im Verbundbericht „20“.


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