Das neue E-Netz: Nach Leipzig, Cottbus, Elsterwerda und Hoyerswerda
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Kategorie: Was geht?, Was noch?, Was rollt? | Stichwörter: E-Netz Oberelbe, Elektronetz Oberelbe, Landkreis Meißen, Radebeul Ost, RE50, S-Bahn S6, SaxoniaExpress
Mit der Inbetriebnahme des Elektronetzes Oberelbe (E-Netz) zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026, ändert sich das Zugangebot im Landkreis Meißen. Während eine neue S-Bahn das Angebot verdichtet, entfällt eine Station beim Regional-Express RE 50. Warum und wieso erklären wir hier.
Christian Schlemper, Sandra Petzold / VVO
Das Elektronetz Oberelbe umfasst die Bahnstrecken von Dresden nach Leipzig sowie nach Cottbus, Elsterwerda und Hoyerswerda. Während die Strecke nach Elsterwerda als Regionalbahn überall hält, handelt es sich bei den drei anderen Linien um Regionalexpresse, die zur schnellen Verbindung zwischen Regionen einige Stationen auslassen. Fahrgäste steigen daher an Knotenpunkten in die S-Bahn um.
Die Aufgabe von RegionalExpress (RE) und S-Bahn
Die S-Bahn erschließt den Ballungsraum rund um Dresden und verbindet somit das direkte Umland. Dafür hält sie häufig und bietet kurze Wege zu vielen Zielen. An den jeweils letzten Stationen im Ballungsraum kann dann zu den Express-Linien umgestiegen werden.
So halten beispielsweise die RE-Linien nach Görlitz, Zittau oder Chemnitz nicht an jeder Station im Dresdner S-Bahn-Bereich: Richtung Westsachsen erfolgt der Umstieg in Tharandt, nach Ostsachsen in Dresden-Klotzsche. Auch die Linien RE 15 (Dresden – Hoyerswerda) und RE 18 (Dresden – Cottbus) nutzen bereits ausschließlich Coswig als Verknüpfungspunkt zur S-Bahn.
Schneller: RE 50 ohne Halt in Radebeul
Als Ausnahme in diesem System galt lange der Stopp in Radebeul Ost des RE 50 (Dresden – Leipzig). Dafür musste der RE von den Fernbahn- auf die S-Bahn-Gleise wechseln. Dieses „Einfädeln“ kostet einerseits Zeit, andererseits führen Verspätungen bei einer der beiden Linien stets auch zu Verspätungen auf der jeweils anderen. Ein nur wenige Minuten verspäteter Express aus Leipzig kann dann den Fahrplan auf der S 1 für eine ganze Zeit aus dem Takt bringen. Durch die Entflechtung reduziert sich die Fahrzeit zwischen Dresden und Leipzig um sechs Minuten, zudem steigt die Zuverlässigkeit beider Linien.
Öfter: Die neue S-Bahn S 6
Zur besseren Erschließung der Region wird aus der jetzigen Regionalbahn RB 31 (Dresden – Elsterwerda) die neue S-Bahn S 6. Diese fährt zukünftig im Stundentakt zwischen Dresden, Cossebaude, Großenhain und Elsterwerda-Biehla. Damit schaffen wir ein neues ganztägig einheitliches Fahrplanangebot, denn bisher endeten viele Fahrten aus Dresden kommend in Coswig. Insbesondere Fahrgäste im nördlichen Landkreis Meißen profitieren von einer Verdopplung des bisherigen Angebotes.
Stabiler: Umstiege und Fahrpläne
Mit dem neuen Netz ändern sich zudem die Fahrpläne: Der RE 50 hat zukünftig einen längeren Aufenthalt in Leipzig, so dass Verspätungen rascher als bisher ausgeglichen werden können. Für den Umstieg in Coswig von und zur S 1 steht ebenfalls mehr Zeit zur Verfügung: In jede Richtung sind rund zehn Minuten Zeit für den Umstieg, gegenüber der jetzigen Situation ist das ein größerer „Puffer“ wenn Züge ein wenig Verspätung haben.
Mit den neuen Fahrzeugen auf dem RE 50, hier fahren zukünftig wieder Doppelstockzüge, und größeren Kapazitäten auf den anderen Strecken setzen wir zudem zukünftig auf weniger Verspätungen beim Ein- und Aussteigen, da in vielen Fällen mehr Türen zur Verfügung stehen.
Ein Ausblick: Mehr S-Bahnen ab Dezember 2027
Hinzu kommt eine weitere Verbesserung: Ab Dezember 2027 wird das Angebot der S-Bahn S 1 über die Hauptverkehrszeiten hinaus verdichtet: Zukünftig sind montags bis freitags zwischen 6.00 und 18.30 Uhr ganztags vier Züge je Stunde und Richtung zwischen Meißen, Dresden und Pirna unterwegs.
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Angesichts der angespannten Finanzlage beim SPNV sind das begrüßenswerte Veränderungen. Hinzu kommt auch noch die Modernisierung der S-Bahn Flotte, die ebenfalls zur Zuverlässigkeit beitragen wird. Radebeul Ost ist mein Heimatbahnhof und natürlich finde ich es gut, hier direkt in den RE 50 einsteigen zu können. Aber wenn man das Geschehen über einen längeren Zeitraum beobachtet, dann versteht man die betrieblichen Nachteile, die das mit sich bringt. Mit einer Umsteigezeit von 10 Minuten in Coswig sollte das so passen.
Macht es nicht irgendwo Sinn die S6 zwischen Dresden und Coswig sogar alle 30 Minuten zu fahren? Dann könnte diese Strecke auch zur Entlastung dienen.
Hallo Max, nach Ende der Bauarbeiten in Dresden-Cotta ist eine Verdichtung des Angebotes in der morgendlichen Hauptverkehrszeit vorgesehen. Viele Grüße
Wenn dann bitte die Fahrzeuge, vor allem die Sitze UND Kopfstützen, des RE 50 mehr Pflege erhielten, als dies aktuell der Fall ist, wäre das fantastisch.
Aktuell muss man ja eher die Befürchtung haben, vor allem an den Kopfstützen, kleben zu bleiben oder sich vielleicht noch ‚Mitbewohner‘ einzufangen, so speckig-versifft wie die sind.
Schade, dass man hier keine Bilder anfügen kann …
Hallo K. Lehnert, danke für Ihren Hinweis. Die Fotos würden uns interessieren, schicken Sie diese gern an service@vvo-online.de. Viele Grüße