Fairtiq – mit nur einem Wisch zum Ticket

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Ab August erleichtert FAIRTIQ den Ticketkauf für Bus & Bahn – Sie müssen nicht vorab ein Ticket kaufen und sich nicht durch Tarifzonen kämpfen. Es wird immer der günstigste Preis für die gefahrene Strecke verrechnet. Es spielt dabei keine Rolle, wie häufig Sie umsteigen.

von Gabriele Clauss

Gute Nachrichten für alle Fahrgäste, die bisher Mühe mit dem Tarif hatten oder nur selten mit Bus und Bahn unterwegs sind. Im August führt der VVO die neue FAIRTIQ-App ein.

Das Prinzip ist ganz einfach:

Vor dem Einsteigen in Bus und Bahn wischen Sie den «Start»-Button in der FAIRTIQ-App nach rechts. Beim Umsteigen läuft die Fahrt in der App automatisch weiter. Sie brauchen nichts tun. Am Zielort angekommen, wischen Sie den Button «Stopp» in der FAIRTIQ App nach links.

 

Sollten Sie einmal vergessen haben, Ihre Fahrt zu beenden – keine Sorge, denn FAIRTIQ erinnert Sie daran!

 

 

Bei einer Kontrolle klicken Sie auf «Ticket anzeigen» und weisen den Barcode in der App vor. Die Kosten für die Fahrt werden Ihnen nach Abschluss der Reise angezeigt, dabei wird Ihnen immer der günstigste verfügbare Ticket-Preis verrechnet.

 

Bestpreisabrechnung

Die Bestpreisabrechnung berücksichtigt folgende Ticketpreise:

  • Einzelfahrt Normalpreis (Erwachsene ab 15 Jahre)
  • Einzelfahrt ermäßigter Preis (Schüler bis zum 15. Geburtstag)
  • Tageskarte Normalpreis (Erwachsene ab 15 Jahre)
  • Tageskarte ermäßigter Preis (Kind bis zum 15. Geburtstag und Erwachsene ab 60. Geburtstag)
  • NachtTicket

Sind Sie bereits Inhaber von Zeitkarten zum VVO-Tarif (außer 9-Uhr-(Abo-)Monatskarten), dann können Sie diese vor Fahrtbeginn virtuell hinterlegen, damit sie bei der Preisberechnung mit berücksichtigt werden können.

Nutzung der 1. Klasse

Die Nutzung der 1. Klasse ist mit der FAIRTIQ-App nur möglich, wenn Sie über einen Übergangsfahrschein zur 1. Klasse verfügen.

Nicht mit FAIRTIQ verfügbar

Mit FAIRTIQ können Sie keine weiteren Personen, Fahrräder oder Hunde mitnehmen, diese benötigen ein separates Ticket.


12 Kommentare

  1. Peter Fischer

    Kurzfahrt die HandyTicket & Co bisher nicht hatten ist leider aber offenbar wieder nicht dabei obwohl ja ein Haltestellen-genauer Zu- und Ausstieg erfasst wird.

    1. Christian Schlemper

      Hallo Peter Fischer, da haben Sie recht. Mehrfahrtenkarten werden von FAIRTIQ nicht abgebildet – das System arbeitet mit Einzelfahrten und Tageskarten. Viele Grüße

  2. Thomas Wolf

    Wie soll ein Schüler ohne Ausweisdokument die App nutzen können, da dieses laut den FAQ bei der Kontrolle verlangt wird?

    Und dass keine 4er Karten möglich sind, ist auch ungünstig. Die App zielt ja nicht auf den Touristen oder Wenigfahrer, sondern schon auf Leute, die regelmäßig fahren.

    1. Sandra Petzold

      Hallo Herr Wolf, wir freuen uns, dass Sie sich für FAIRTIQ interessieren. Bei FAIRTIQ ist es ja so, dass immer nur die Person, die in der App registriert ist, damit fahren kann. Um die Person eindeutig idendifizieren zu können, benötigt man ein amtlichen Lichtbildausweis. Eltern, deren Kinder FAIRTIQ nutzen möchten, können einen Kinderausweis beantragen.

      Die 4er-Karten sind Vorverkaufsprodukte, für die sich der Fahrgast VOR seiner Fahrt entscheidet und dann abfahren kann. Neudeutsch kann man das auch als Pre-paid-Verfahren bezeichnen. FAIRTIQ funktioniert im Post-paid-Verfahren, d.h. die Auswahl des günstigsten Ticketpreises erfolgt jeweils nach der Fahrt. Technisch erfolgt die Abrechnung tageweise immer am Folgetag 4 Uhr. Innerhalb eines Tages hätte die Berücksichtigung der 4er-Karte jedoch fast keinen Sinn, da bereits ab drei Einzelfahrten innerhalb einer Tarifzone der Tageskartenpreis berechnet wird, welcher unter dem Preis der 4er-Karte liegt. Eine rückwirkende Verrechnung über verschiedene Tage ist jedoch technisch nicht möglich.

      Wir wollen und werden diesen Vertriebskanal zusammen mit der Firma FAIRTIQ in Zukunft weiter ausbauen und die App um neue Funktionen wie z.B. diverse Mitnahmemöglichkeiten, zusätzliche Tarifprodukte und diverse Bonusprogramme erweitern. Viele Grüße

  3. Gordon

    Hallo,
    Das Prinzip finde ich gut. Aber ich muss auch sagen, dass ohne Berücksichtigung von 4er Karten die App für mich keinen Nutzen hat.
    Das Argument, eine 4er Karte hätte keinen Sinn muss ich entschieden widersprechen. Wenn ich (nur) zur Arbeit und zurück fahre, brauche ich keine Tageskarte.

    Im übrigen ist die Tageskarte bisher ebenfalls eine Prepaidkarte. Wird aber durch Fairtiq zur Postpaid-Karte. Gleiches Prinzip für Wochen und Monatskarten machen die App zu einer Alternative. Nach Einführung der 4er Karte wird die App alternativlos.

    Wie reagiert denn die App, wenn ich aufgrund von derzeit ständig auftretender Verspätungen meine Umstieg verpasse, und dann erst nach Ablauf der Gültigkeitsdauer EINER Einzelfahrt ankomme? Das passiert mir aktuell fast jeden Tag.

    Vielen Dank.

    1. Christian Schlemper

      Hallo Gordon, die Abrechnung von FAIRTIQ erfolgt tageweise nach Betriebsschluss. Innerhalb dieses Abrechnungszeitraums lohnt die 4er-Karte nur bei den geschilderten Fahrten in einer Tarifzone – sobald Sie weiter fahren, lohnt sie so gut wie nicht. Eine Rückschau auf Einzelfahrten an zurückliegenden Tagen erfolgt nicht. Der 4er-Karten-Rabatt hat seine Berechtigung, weil Sie dem Unternehmen mehr Geld geben, als für Ihre aktuelle Fahrt notwendig ist und sich dadurch ein Anreiz für Sie ergibt, später weitere Fahrten zu unternehmen. Sie gehen in gewissem Maße eine Bindung ein. Dieser Umstand ist in der FAIRTIQ-App nicht gegeben, da erst nach Vollendung der Fahrt abgerechnet wird. Ein weiterer Nachteil der analogen 4er-Karte ist der Umstand, dass sie nur vier Fahrten in der Preisstufe 1 rabattiert. Für vier Fahrten in höheren Preisstufen kann sie dagegen nicht rabattierend eingesetzt werden. Aufgrund dieses Umstands denkt der VVO aktuell über die Einführung eines Bonussystems in FAIRTIQ nach, welches die Nachteile der 4er-Karte nicht in die digitale Welt überträgt.

      Zu Ihrer Frage zu Verspätungen: Hier reagiert die App, so wie es der Tarif vorsieht. Es wird der für die Fahrt korrekte Preis abgerechnet.

      Viele Grüße

  4. Stefan Schubert

    Hallo in die Runde,

    mit dieser App wäre es doch eigentlich und endlich möglich, dass antiquierte und für viele abschreckende Tarifzonensystem zu verlassen und gerechtere Preise einzuführen (exklusiv für App Nutzer (Anreiz!!!), das alte System läuft parallel). Es ist höchst fragwürdig und kundenfeindlich, warum man für 15min Busfahrt von Zone 1 nach 2, dass Doppelte bezahlt wie für 60 min Busfahrt in Zone 1. Analog Zug und StraBa. Mit den Ticketautomaten ging es nicht besser, aber jetzt schon!!
    Was sagen die Tarifstrategen dazu?

    Viele Grüße!

    1. Sandra Petzold

      Hallo Stefan Schubert,

      wir haben unseren Tarifexperten um eine Antwort gebeten und er hat das Folgende gesagt:

      Tatsächlich eröffnet der Ansatz von FAIRTIQ zur Preisermittlung und Abrechnung im Nachgang der ÖPNV-Nutzung ganz neue Möglichkeiten.
      Dass unser (und viele weitere) Verbundtarife in Deutschland als Zonentarifsystem mit Tickets nach Preisstufen ausgebildet ist, ist Folge des Prinzips „ERST Ticket kaufen, DANN fahren.“ Nach diesem Prinzip obliegt es dem Fahrgast, sich vor seiner Reise mit dem Tarif auseinanderzusetzen und sich zu entscheiden, welches Ticket er für seine gewünschte(n) Fahrt(en) benötigt. Damit dies möglichst einfach bleibt, ist der VVO-Tarif relativ überschaubar gestaltet worden. Der Fahrgast muss nur die befahrenen Tarifzonen zählen und sich anschließend das passende Ticket kaufen. Dieses Prinzip ist zwar recht einfach, führt aber, wie Sie feststellen, an den festgelegten Zonengrenzen zu Ungerechtigkeiten. Wir versuchen zwar die Ungerechtigkeiten durch Grenzräume abzumildern, dies führt jedoch wiederum dazu, dass die angestrebte Einfachheit des Tarifsystems leidet.
      Die Philosophie von FAIRTIQ dagegen ist, dass sich der Fahrgast überhaupt nicht mit dem Tarifsystem, Tickets und Zonengrenzen beschäftigen soll. Alles, was er tun muss, ist sich ein- und auszuchecken. Die Ermittlung des richtigen Preises für die zurückgelegte Strecke erfolgt also erst nach Beendigung der Fahrt im Hintergrund. Das Nahverkehrs-Prinzip kehrt sich also um in „ERST fahren, DANN bezahlen.“ Sie haben Recht, dass dadurch unser bisheriger Ansatz zur Schaffung eines EINFACHEN und VERSTÄNDLICHEN Tarifsystems theoretisch hinfällig ist. Mit der FAIRTIQ-App lassen sich technisch auch sehr komplizierte Tarife abbilden. Dennoch werden wir mittelfristig am bewährten Zonentarif festhalten, da die übergroße Mehrheit unserer Fahrgäste noch die klassischen Vertriebskanäle nach dem Prinzip „ERST Ticket kaufen, DANN fahren.“ nutzt. Ein paralleles Tarifsystem, welches nur über die FAIRTIQ-App abgerechnet wird, können wir derzeit aufgrund des Gleichbehandlungsprinzip aller Fahrgäste noch nicht befürworten.

      Mehr können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, aber wer weiß, was die Zukunft noch so bringt.
      Viele Grüße,

  5. Peter Gierth

    Hallo in die Runde,

    prinzipiell finde ich die Grundidee wirklich gut, die Nutzung des ÖPNV wird dadurch erheblich erleichtert. Allerdings fahre ich nicht sehr oft mit Bus und Bahn, so daß ich bisher stets das 4er-Ticket via Handy-Ticket genutzt habe. 1€ Einsparung bei 4 Fahrten sind kein Vermögen, als Rentner muß ich aber rechnen. Der auf einen Monat bezogene Bonus nützt mir nichts, dafür nutze ich die Öffis zu wenig. Will sagen: Ohne 4er-Ticket werde ich wohl beim umständlich zu handhabenden Handy-Ticket bleiben oder ich ziehe einen Fahrschein am Automaten.
    Wie ist denn das mit dem Kurzticket – wird das bei Kurzfahrten angesetzt?
    Und noch ein Problem: Als Zahlungsmittel habe ich mein Girokonto via SEPA hinterlegt. Da kam aber eine Fehlermeldung „Das gewählte Zahlungsmittel ist in Ihrer Region nicht verfügbar – wählen Sie ein anderes“ oder so ähnlich (habe den Haken bei VVO gesetzt).
    Scheinbar wurde es aber doch akzeptiert – ich werde da nicht so richtig schlau.
    Und zu guter Letzt: Beim Start der Reise wird meines Wissens (ich habe FAIRTIQ noch nicht eingesetzt) keine PIN abgefragt. Ist das so? Falls ja, würde ich das etwas riskant finden. Wenn ich mein Handy verliere, kann der Finder nach Herzenslust Staßenbahn auf meine Kosten fahren.
    Also: FAIRTIQ ist ein Rohdiamant, der m.E. aber noch etwas Feinschliff braucht. – und, wie Herr Schubert vor mir anmerkte, fände auch ich ein eigenes FAIRTIQ-Tarifsystem wünschenswert.

    Schöne Grüße
    Peter Gierth

    1. Christian Schlemper

      Hallo Peter Gierth, da bei FAIRTIQ immer nach der Fahrt abgerechnet wird, gibt es hier keine 4er-Karte. Daher wird auch die Kurzstrecke nicht berücksichtigt. Danke für den Hinweis zu SEPA, den Fehler geben wir an FAIRTIQ weiter. Da Sie ja vermutlich das Handy an sich mit einer PIN sichern, erachten wir eine weitere für nicht notwendig. Viele Grüße

  6. Peter Gierth

    Hallo,

    warum wurde denn mein kürzlich verfaßter Kommentar nicht veröffentlicht?

    Schöne Grüße
    Peter Gierth

    1. Christian Schlemper

      Hallo Peter Gierth, bitte entschuldigen Sie die verspätete Rückmeldung. Aus Krankheitsgründen hat es leider etwas länger gedauert. Viele Grüße

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