Von Steckdosen bis Frittenfett: Alternative Antriebe im Nahverkehr

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Von Meißen bis Zittau, von Hoyerswerda bis Pirna, in der Großstadt und auf der Elbe: Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, abseits vom „guten alten“ Diesel, nehmen Fahrt auf. Informationen zu aktuellen Entwicklungen in Ostsachsen fassen wir hier zusammen.

Von Christian Schlemper

E-Busse der DVB an den Ladestationen in Dresden Wilschdorf.

 

Pionier in der Region war die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB). Sie setzte bereits 2007 erste Elektro- und Hybridbusse ein, mit dem Start von 20 Bussen im Jahr 2022 erfolgte dann ein großer Schub hin zur Elektromobilität in der Landeshauptstadt. Heute sind die Busse auf den Linien 68 (Goppeln – Niederwartha) und 81 (Bahnhof Neustadt – Wilschdorf) im Einsatz. Die Bilanz kann sich sehen lassen, die Betriebskosten liegen unter, die Akkuleistungen über den Erwartungen. Die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge reduzieren die Emissionen jährlich um rund 875 Tonnen Kohlendioxid. Das kommt besonders der Dresdner Innenstadt zugute. Viele Informationen zum Einsatz der Busse fasst die DVB AG hier zusammen. Aufgrund der notwendigen regelmäßigen Nachladung im Betrieb und den Kosten für die entsprechende Lade-Infrastruktur wurde der Einsatz im regionalen Busverkehr intensiv diskutiert und erst mit stetig besseren Akkus realistischer.

In Zittau sind seit Februar 2026 die ersten vier Elektrobusse bei der DB Regio Bus Ost im Einsatz. Die Fahrzeuge vom Typ Lion‘s City E des Herstellers MAN haben eine Reichweite von mehr als 200 Kilometern, damit ist der ununterbrochene Einsatz tagsüber möglich. Die Ladung der Akkus erfolgt nachts im Betriebshof in der Weinau. Die zwölf Meter langen Busse bieten 38 Sitz- und 36 Stehplätze und haben sich inzwischen im alltäglichen Einsatz bewährt.

Präsentation der neuen E-Busse der VGH an der Energiefabrik Knappenrode.

Ebenfalls neue Busse von MAN hat die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH) erhalten. Mit den ersten sechs neuen Fahrzeugen, die jeweils über 33 Sitz-, 46 Steh- und 2 Rollstuhlplätze verfügen, setzt Hoyerswerda auf die schrittweise Umstellung der gesamten innerstädtischen Busflotte. Die Beschaffung der Busse wird aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen gefördert. Ziel des Gesamtprojektes ist es, durch den Einsatz der Busse zusätzliche Angebote zu Freizeitzielen und Gewerbegebieten zu schaffen und den Stadtverkehr breiter aufzustellen und zu vernetzen. Nach den ersten neuen Solo-Bussen erhält die VGH noch zwei Gelenkbusse für stark genutzte Linien. Zudem werden die Ladeinfrastruktur für den Betriebshof gefördert und die Ampelanlagen in Hoyerswerda so optimiert, dass die Halte der Busse an den Ampeln besonders kurz sind. Weitere Informationen gibt es hier.

Hier fließt Strom statt Diesel.

Die Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) hat ebenfalls 2026 die ersten sechs E-Busse für Stadtlinien und die Bürgerbus-Strecken erhalten. Weitere 20 E-Busse für den Regionalverkehr wurden bestellt. Darüber hinaus wird derzeit die Fährschiff-Flotte der VGM auf den elektrischen Betrieb umgestellt. Die vier Fähren sind seit vielen Jahren Bestandteil des regionalen Verkehrsangebots und befördern Einheimische ebenso wie Touristen. Vor diesem Hintergrund wurde 2023 beschlossen, einheitliche, vollelektrische Fähren mit barrierefreien Zugängen zu beschaffen. Der VVO fördert den Umbau der Anlieger, der für die Fährstellen in Coswig-Kötitz, Diesbar-Seußlitz und Strehla bereits abgeschlossen ist. Hier wird bereits vollelektrisch übergesetzt. Die Fähre in Riesa folgt ebenfalls noch in diesem Jahr. Informationen zu den umfangreichen Maßnahmen und den Schiffen fasst die VGM hier zusammen.

Landrat Michael Geisler und Uwe Thiele, Geschäftsführer der RVSOE, präsentieren elf nachhaltige Fahrzeuge des Herstellers MAN.

Einen anderen Weg geht der Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (RVSOE), der elf neue MAN-Linienbusse einsetzt, die mit HVO100 (Hydrotreated Vegetable Oil) betrieben werden. Der Kraftstoff wird überwiegend aus Rest- und Abfallstoffen wie Altspeiseöl hergestellt. Im Vergleich zu fossilem Diesel sinken die CO₂-Emissionen um bis zu 90 Prozent. Mit dieser Busflotte, die um weitere Fahrzeuge erweitert werden soll, leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zu einem modernen öffentlichen Personennahverkehr. Denn ihr Einsatz reduziert nicht nur den Schadstoffausstoß sofort und signifikant, sondern macht den Betrieb zudem zukunftsfähig. Die Anschaffungskosten für die elf neuen Fahrzeuge, die bereits 2024 bestellt worden waren, belaufen sich auf rund 4,3 Millionen Euro. Die Investition wurde durch Fördermittel in Höhe von 939.000 Euro unterstützt.


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