Einfach wisch und weg

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Seit August 2020 erleichtert FAIRTIQ die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln im VVO. Mit der App möchte der Verkehrsverbund Oberelbe Zugangshemmnisse für Seltenfahrer abbauen. Einchecken, Auschecken – das war‘s. FAIRTIQ verlangt keinerlei Vorwissen und errechnet – egal wie häufig man umsteigt – immer den günstigsten Preis für die gefahrene Gesamtstrecke. Sascha Heiser und Oliver Horeni erklären, wie das funktioniert und für wen sich FAIRTIQ am meisten lohnt.

Von Nils Brabandt, Konzept-Konzept

Alles an Bord mit FAIRTIQ.

Wieso wird mit FAIRTIQ das Bus- und Bahnfahren im VVO einfacher?

Oliver Horeni FAIRTIQ-Nutzer müssen sich nicht mehr mit den Tarifbestimmungen auseinandersetzen. Sie brauchen sich keine Gedanken mehr über Tarifzonengrenzen, zeitliche Gültigkeiten oder das günstigste Ticket machen. Diese Aufgaben übernimmt die FAIRTIQ-App. Es genügt, wenn man sich zur Fahrt mit einem Wisch an- beziehungsweise wieder abmeldet.
Sascha Heiser Mit der neuen Smart-Stopp-Funktion erkennt die App mittlerweile sogar, wenn die Kunden vergessen haben, ihre Reise zu beenden. Durch eine Nachricht aufs Handy werden sie daran erinnert und sogar automatisch ausgecheckt, wenn sie sich von der Haltestelle entfernen.

Welche Erfahrungen gab es bisher?

OH Wir waren positiv überrascht, wie geräuschlos die Einführung der App vonstatten ging. Zur Erfassung der Fahrt und der Ermittlung des richtigen Fahrpreises ist es beispielsweise notwendig, dass das Handy fast punktgenau geortet werden kann. In den engen Tälern des Osterzgebirges und der Sächsischen Schweiz hatte ich da mehr Probleme erwartet. Doch mehrere Testfahrten im Elb-, Müglitz- und Weißeritztal haben mich vom Gegenteil überzeugt. Sogar die Erkennung von Fährfahrten quer zur Elbe funktioniert. Die Fähranleger und damit Check-In- und Check- Out-Punkte liegen dort nur wenige Meter auseinander. Aber nach einer Feinjustierung läuft das nun reibungslos.
SH Wir als Unternehmen mussten im Hintergrund noch eine Schnittstelle für das Abrechnungssystem schaffen. Aber jetzt kommen die Daten sauber bei uns rein, werden automatisch verbucht und über die Verbundmeldung an den VVO geschickt. Gerade arbeiten wir noch an einem Angebot für Firmen, die ihren Mitarbeitern einen Mobilitätsbonus bieten möchten.

Wie nehmen die Kunden das neue Ticketangebot an?

SH Bei uns gibt es durchweg positives Feedback. Anfänglich haben einige Kunden vergessen ihre Fahrt zu beenden, aber auch das hat sich mittlerweile gelegt. Und manch einer hat das Angebot der 4er-Karte vermisst. Alternativ bieten wir deshalb in Kürze ein Bonussystem an, welches häufiges Fahren belohnt.
OH Auch bei uns zeigt das Feedback der Fahrgäste, dass die Einführung der FAIRTIQ-App die richtige Entscheidung war. Wir haben damit eine Lücke für unsere Gelegenheitsnutzer geschlossen, weil denen der Zugang zum System ÖPNV erleichtert wird. Die aktuelle Statistik weist ungefähr 1.400 aktive Nutzer aus. Darunter verstehen wir all diejenigen, die innerhalb der letzten vier Wochen mindestens eine Fahrt mit FAIRTIQ unternommen haben. Das ist in Zeiten des Lockdowns ein beachtlicher Wert.

Soll FAIRTIQ das aktuelle Ticketsystem irgendwann ersetzen?

Zum Testen einmal über die Elbe: Sascha Heiser und Oliver Horeni unterwegs in der Sächsischen Schweiz.

OH Nein. Wir verstehen FAIRTIQ als eine Ergänzung im bunten Vertriebskanalmix, die hilft, neue Kundengruppen zu erschließen. Vor allem das Abo ist für unsere Stammkunden der Premiumvertriebskanal. Und der funktioniert sogar völlig ohne Check-In/Check-Out. (lacht) In der Branche wird FAIRTIQ aber mit großem Interesse verfolgt. Auch bei unseren Nachbarverbünden. Im Mitteldeutschen Verkehrsverbund kann man die FAIRTIQ-App bereits in der Tarifzone Halle nutzen. Und der Verkehrsverbund Mittelthüringen hat die FAIRTIQ-App verbundweit eingeführt.

Wäre FAIRTIQ auch etwas für Touristen?

Mit einem Wisch in der App startet die Reise. Zur Kontrolle zeigt man den Barcode vor.

SH Für die Anreise mit der S-Bahn habe ich heute die App genutzt. Ich musste auch kein Extra-Ticket für die Fähre lösen. Aber auch für kombinierte Fahrten im Stadtgebiet, egal ob mit Bahn, Bus, Bergbahn oder dann ins Umland, ist FAIRTIQ bestens geeignet.
OH Ja, wie eingangs erwähnt, ist die Topografie kein Problem. Die App weiß genau, welches Verkehrsmittel zu welchem Tarif gerade am günstigsten ist. Diesen Überblick müssten sich Touristen erst einmal verschaffen.



App installieren:

Vor der ersten Fahrt installieren Sie sich einfach die FAIRTIQ-App und registrieren sich.

 

Technische Voraussetzungen:

  • Betriebssystem Apple iOS 10.0 (oder höher) und Android 5.0 (oder höher)
  • funktionsfähige SIM (Datenverbrauch ca. 1 MB/Stunde, gegebenenfalls können zusätzliche Kosten entstehen)
  • aktiviertes GPS

 

Diese und weitere Themen, mit denen sich der VVO zwischen Sommer 2020 und Sommer 2021 beschäftigte, lesen Sie im aktuellen Verbundbericht.


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