Von Augustusburg in die Dresdner Neustadt

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Das Kompetenzcenter Sachsentarif entwickelt einen Tarif für Fahrten zwischen den Verbünden. „Wir wollen den Nahverkehr in Sachsen attraktiver machen. Und dazu gehört ein einfacher Tarif“, betont Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. „Deshalb unterstützen wir das Kompetenzcenter Sachsentarif, das einen landesweiten Dachtarif für Fahrten über die lokalen Verbünde hinaus entwickelt, auch finanziell.“

Birgit Hilbig / DDV Mediengruppe

Die Staatsregierung und die fünf Zweckverbände haben beschlossen, dieses Center beim Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) anzusiedeln. So lassen sich Ressourcen des Verbundes effizient nutzen und die Kosten vergleichsweise gering halten. Die Mitarbeiter des Kompetenzcenters kümmern sich unter anderem um die Tarifentwicklung, die künftige Einnahmenaufteilung und den Vertrieb. Andere Leistungen wie Pressemitteilungen, die juristische Beratung oder die Buchhaltung werden vom VVO erbracht. So erspart man sich den Aufbau einer vollständigen neuen Organisation. Vorbild für diese Struktur ist Nordrhein-Westfalen, wo die Verantwortlichkeit für den landesweiten NRW-Tarif beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg angesiedelt wurde.

Susanne Illichmann und Philipp Gebhardt
Susanne Illichmann und Philipp Gebhardt vom KCST mit Blick auf den Plan ­„Eisenbahnlinien in Sachsen“

Die Mitarbeiter des Kompetenz­centers haben seit dem Start gemeinsam mit den sächsischen Verbünden und dem Freistaat bereits einige Eckpunkte festgezurrt: So wird der neue Tarif ganz Sachsen abdecken, also auch den sächsischen Teil des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV). „Zudem werden zahlreiche Bahnlinien integriert, die zwar sächsische Ziele verbinden, auf ihrer Fahrt jedoch den Freistaat verlassen: wie beispielsweise die Strecke Hoyerswerda – Leipzig, die durch Brandenburg führt“, sagt Susanne Illichmann vom Kompetenzcenter und ergänzt: „Für Fahrten innerhalb der Verbünde gelten aber auch weiterhin die bekannten Verbundtarife.“

Angebote für alle Fahrgewohnheiten

Zudem steht die Logik der Preisbildung fest: Der bisherige reine Bahntarif wird durch den Sachsentarif ersetzt, der Bus und Bahn am Start- bzw. Zielort integriert. „Bisher benötigt ein Fahrgast, der von Augustusburg in die Dresdner Neustadt möchte, drei Tickets: ein Busticket zum Bahnhof nach Flöha, ein Zugticket bis Dresden und schließlich noch ein Tramticket bis zum Ziel“, erläutert Mitarbeiter Philipp Gebhardt. Das Ticketsortiment im Sachsentarif soll perspektivisch dem entsprechen, das die Fahrgäste von ihren lokalen Verbünden kennen: Einzelfahrten und Tageskarten sowie Wochen- und Monatskarten werden zur Auswahl stehen – für alle Fahrtgewohnheiten also ein passendes Angebot. „Um die Preise für den künftigen Sachsentarif zu kalkulieren, müssen wir diese Gewohnheiten kennen. Dafür hatten wir eine Marktuntersuchung vor, die leider vor dem Hintergrund der Pandemie abgebrochen werden musste“, so Philipp Gebhardt. „In einem weiteren Schritt stehen dann alle Fragen rund um den Verkauf der Tickets, von Servicestellen über Automaten bis zum Handy, auf der Agenda – sowie die Aufteilung der Einnahmen unter den Verkehrsunternehmen. Dabei werden alle Themen eng mit den Verbünden und dem Staatsministerium abgestimmt“, erläutert Susanne Illichmann.

Das Gemeinsame steht für alle im Vordergrund. Um dem Ausdruck zu verleihen, hat das Kompetenzcenter einen Markenauftritt mit den Farben aller Verbünde. Und dass zusammen viel erreicht werden kann, zeigt der Erfolg des AzubiTickets Sachsen, das bereits vor dem Start des Kompetenzcenters von Verbünden und Freistaat beschlossen wurde und heute (Sommer 2022) von fast 21.000 Abonnenten genutzt wird. Läuft alles planmäßig, sollen die ersten Tickets des Sachsentarifs 2023 starten.

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