Ticketkauf: Wochen- und Monatskarten künftig ohne Entwertung

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Aktuelle Entwerter in den Dresdner Straßenbahnen.

Ab 1. April erwartet Fahrgäste eine Änderung beim Ticketkauf. Künftig muss für Wochen- und Monatskarten der erste Geltungstag direkt beim Kauf ausgewählt werden. Das bisher notwendige Entwerten des Tickets entfällt. Einzelfahrscheine und Tageskarten bleiben vorerst unverändert und müssen weiterhin bei Fahrtantritt entwertet werden.

Sandra Petzold/ Alexander Zschoche / VVO

Die Neuregelung zum 1. April ist der erste Schritt zum entwerterlosen Vertrieb, den die Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) gemeinsam anstreben. Durch die verbundweit einheitliche Regelung bei den Wochen- und Monatskarten reduziert sich zum einen die Unsicherheit unter Seltenfahrern bezüglich der Entwertung, andererseits gehen die Unternehmen und der Verbund damit einen weiteren Schritt in Richtung eines Ticketsystems ohne Entwerter.

Welche Vorteile bietet die Vereinheitlichung?

Die neue Regelung schafft Klarheit für Fahrgäste. Bislang musste unterschieden werden, wo ein Ticket gekauft wurde und ob es am Bahnsteig bzw. in Bus, Straßenbahn oder Fähre bei der ersten Fahrt noch entwertet werden muss. In den Servicestellen und Bussen der Regionalverkehrsunternehmen, beim Kauf im Zug und im DB Navigator ist die vordatierte Ausgabe von Zeitkarten bereits üblich. Diese Regelung wird nun auch auf die Ticketautomaten und Servicestellen der Deutschen Bahn und der Dresdner Verkehrsbetriebe ausgeweitet.

Ab 1. April gilt: Wird eine Wochen- oder Monatskarte gekauft, so ist diese ab dem gewählten Datum gültig. Das vereinfacht die Nutzung und reduziert Missverständnisse.

Zudem ist die Vereinheitlichung besonders für die Verkehrsunternehmen im VVO von Bedeutung. Durch die datierte Ausgabe werden Missbrauchsmöglichkeiten deutlich reduziert. In der Vergangenheit kam es wiederholt zu Fällen, in denen die Fahrgäste die Monatskarte erst entwerteten, wenn eine Ticketkontrolle durchgeführt wurde. Mit solchem Verhalten verlieren die Unternehmen im VVO jährlich hohe Einnahmen.

Warum sollen perspektivisch die Entwerter im VVO abgebaut werden?

DB-Fahrkartenautomat und Entwerter am Bahnsteig.

Die Unternehmen im VVO betreiben derzeit über 2.500 Entwerter, die jährlich Kosten in Höhe von rund 1 Million Euro verursachen. Eine Vielzahl der Entwerter sind nach teilweise 30 Jahren in Betrieb am Ende ihrer Lebensdauer angekommen und müssten teuer ersetzt werden.

Mit der stetig steigenden Zahl an Abo-Ticket-Nutzern (Deutschlandticket, BildungsTicket, JobTickets, VVO-Abo-Monatskarten) sinkt aber gleichzeitig die Zahl der Fahrgäste, die Einzelfahrten oder Tageskarte nutzen und somit noch einen Entwerter benötigen.

Aktuell stammen rund 75 Prozent der Einnahmen im VVO aus den Abo-Produkten. Darüber hinaus werden immer mehr Tickets in den Apps erworben: Aktuell sind bereits über 20 Prozent der Einzelfahrscheine und Tageskarten im VVO digitale Tickets.

Aus diesem Grund werden aktuell Lösungen erarbeitet, wie die noch verbleibenden, auf Ticketpapier ausgegebenen Einzelfahrten, 4er-Karten und Tageskarten auch ohne Entwertung genutzt werden können. Das bedingt, dass die räumliche und zeitliche Gültigkeit der Tickets schon beim Kauf genau festgelegt werden. Der Vorratskauf von Tickets zur späteren Entwertung wäre dann nicht mehr möglich.

Gibt es einen Zeitplan für den vollständigen Abbau der Entwerter im VVO?

Die Umstellung der Monats- und Wochenkarten ist nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einem entwerterlosen Vertrieb. Er dient dazu, weitere Erfahrungen zu sammeln und Prozesse zu vereinheitlichen.

In einem nächsten Schritt wird die Umstellung der restlichen zu entwertenden Tickets folgen. Für diesen Schritt gibt es bisher noch kein festes Datum.

Wichtig ist: Erst wenn alle Verkehrsunternehmen im VVO eine gemeinsame und praktikable Lösung für das gesamte Verbundgebiet gefunden haben, können die Entwerter vollständig abgeschafft werden.

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